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Ausbildungsstart im Berufsbildungswerk

RAVENSBURG – Im eigenen Tempo Richtung Zukunft. Das ist das Motto der 215 junge Menschen, welche diesen Monat im Ravensburger Berufsbildungswerk Adolf Aich (BBW) der Stiftung Liebenau ihre Ausbildung oder ihr Berufsvorbereitungsjahr starten. Sie alle haben eines gemeinsam: einen sogenannten Teilhabebedarf, der zum Beispiel in einer Lernschwäche, psychischen Problemen oder einer Autismusstörung begründet sein kann. Im BBW lernen sie, mit diesen Herausforderungen zu leben und sich eine berufliche Perspektive aufzubauen. Einmal ausgelernt, sind sie als Fachkräfte für die Unternehmen der Region – und darüber hinaus – unverzichtbar.

Mit großer Vorfreude empfängt Ausbilderin Corinna Arnold die neuen Azubis im Berufsbildungswerk Adolf Aich in Ravensburg.

Marius Schmidtbauer beginnt seine Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker im Berufsbildungswerk Adolf Aich. Ausbilderin Corinna Arnold zeigt ihm die ersten Handgriffe.

Christian Braun, Geschäftsführer der Liebenau Bildungswerk gGmbH, begrüßte alle neuen Azubis persönlich in ihren Bereichen. Hier schaut er bei den IT-lern vorbei.

Im Schreinerzentrum des BBW stand am ersten Tag zunächst eine lockere Vorstellungsrunde auf dem Stundenplan.

Lerntempo wird individuell angepasst

Für Corinna Arnold ist der Ausbildungsstart im Berufsbildungswerk Adolf Aich (BBW) einer der spannendsten Tage im Jahr. Vor zwei Jahren ist sie aus der „freien Wirtschaft“ in die Ausbildungseinrichtung der Stiftung Liebenau gewechselt und seitdem Ausbilderin im Berufsfeld Metalltechnik. „Viele unserer Azubis hätten es in einem Betrieb aufgrund ihrer Problemstellungen zunächst sehr schwer. Unser Vorteil im BBW ist, dass wir das Lerntempo an jeden Teilnehmer individuell anpassen und auf besondere Bedürfnisse eingehen können“, sagt Corinna Arnold. Insgesamt werden inzwischen 53 anerkannte Berufsausbildungen in 13 Berufsfeldern angeboten. Entsprechend belebt geht es an diesem Morgen auf dem Ausbildungsgelände an der Schwanenstraße zu, wo die 130 künftigen Fachkräfte ihre Ausbilderinnen und Ausbilder anhand der rotweißen Beachflags ausfindig machen. 85 weitere junge Erwachsene ziehen zeitgleich in ihr Berufsvorbereitungsjahr ein.

 

Gleiche Qualität in der Ausbildung

Einer von Corinna Arnolds neuen Schützlingen ist Marius Schmidbauer aus Tettnang, der eine Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker beginnt. Der 21-Jährige hatte nach seinem Hauptschulabschluss eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann begonnen, diese aber abgebrochen. „Im BBW habe ich dann erstmal ein Berufsvorbereitungsjahr gemacht, weil ich gar nicht wusste, was mir überhaupt Spaß macht und worin ich gut bin. Jetzt geht es nahtlos weiter“, sagt Schmidbauer. Seine Ausbildung hier unterscheidet sich formal nicht von einer regulären IHK-Ausbildung, die Inhalte – und damit auch die Qualität – sind absolut vergleichbar. Dafür wird Schmidbauer hier nicht unmittelbar mit dem Produktionsdruck eines Betriebes konfrontiert und kann sich so in seinem Tempo entwickeln. Dass diese Art der Ausbildung bei den Unternehmen längst als ebenbürtig wahrgenommen wird, lässt sich an den guten Vermittlungszahlen ablesen. „Im letzten Jahr haben wir hier fünf Metallfeinbearbeiter ausgebildet, die jetzt alle einen Job haben. Das gilt übrigens auch für einen Großteil unserer Fachkräfte aus anderen Bereichen, die auf dem Arbeitsmarkt sehr gefragt sind“, sagt Corinna Arnold.

 

Arbeitsagentur glaubt an Ausbildungsqualität und Azubis

Den Stellenwert des BBWs weiß auch Antje Beller von der Agentur für Arbeit Konstanz-Ravensburg zu schätzen. „Wir finanzieren diese Ausbildung, weil wir an die Auszubildenden glauben und weil wir wissen, dass im BBW eine sehr gute Ausbildung garantiert wird“, sagte Beller in einer Videobotschaft an die neuen Auszubildenden.

 

 

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