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Berufsbildungswerk Adolf Aich: „Schwester“ macht Möbel nach Maß

RAVENSBURG/FRIEDRICHSHAFEN - Endspurt auf der Baustelle im Erdgeschoss des Franziskuszentrums in Friedrichshafen: Wenige Tage, bevor die Räume frisch renoviert wieder an die Seniorinnen und Senioren sowie an die Fachkräfte übergeben werden, wird noch fleißig geschliffen, gehämmert und gebohrt. Schreiner Peter Arnold aus dem Ravensburger Berufsbildungswerk (BBW) dreht die letzten Schrauben in eine Holzgarderobe. Diese ist nicht das einzige Möbelstück, das er in den vergangenen Wochen hier montiert hat. Seien es Küchen, Staufächer, Bewohnerschränke oder die Einrichtung der Büros: Sämtliche Schreinerarbeiten beim Umbau des fünfstöckigen Zentrums übernimmt das BBW. In mehreren Bauabschnitten entsteht hier im Herzen der Zeppelinstadt bis zum Jahr 2024 ein komplett modernisierter Komplex, mit insgesamt über 150 Plätzen für Dauer-, Kurzzeit- und Schwerstpflege, Tagespflege und Hospiz sowie 31 Appartements im ServiceWohnen.

Schreinermeister Simon Schmid bei den letzten Handgriffen in der Küche im Häfler Franziskuszentrum.

Fertig ist das Projekt: Die Küchenzeile im Franziskuszentrum aus dem Ravensburger BBW.

„Nichts von der Stange“
Im Schreinerzentrum des BBW hat man viel Erfahrung in der Herstellung von passgenauen Möbeln für besondere Bedürfnisse. Stockbetten für Jugendherbergen beispielsweise oder eben das Inventar werden hier individuell nach Maß gefertigt. So auch das Mobiliar für das Franziskuszentrum. „Ob Küche oder Garderobe – da ist nichts von der Stange“, betont Peter Arnold. Schränke und Co. sollen dabei nicht nur optischen Ansprüchen genügen. „Sie müssen besonders solide, stabil und sicher sein.“ Das Ergebnis gefällt: „Die Garderobenschränke sind klasse geworden“, lobt Birgit Scheef von der Bauabteilung der Liebenauer Pflegeunternehmen, die gerade auf Baustellenvisite ist. Wenn es um die Ausstattung der Einrichtungen gehe, greife man gerne auf die BBW-Schreinerprofis zurück. „Wir arbeiten schon seit vielen Jahren gut zusammen“, sagt Scheef. Die Qualität stimme, und schließlich sei man ja „Geschwister unter dem Dach der Stiftung Liebenau“.

 

Möbel für spezielle Wohnkonzepte
Auch an weiteren Pflege-Standorten war das Ravensburger Schreiner-Team schon am Werk – zuletzt etwa beim Einbau einer Theke im Adolf-Gröber-Haus in Weingarten. Und für das Haus der Pflege Magnus in Waldburg gilt in Sachen Holz: alles „made in BBW“. Wochenlang gingen die Handwerker des Berufsbildungswerks dort ein und aus und halfen mit, dass in dem Neubau pünktlich zur Eröffnung Anfang 2021 alles passte. Auch hier waren die Anforderungen an die Möbel ganz auf die spätere Nutzung ausgerichtet: Geräumig sollten sie sein, Wertsachenfächer für die Bewohnerinnen und Bewohner enthalten, sowie im Einklang stehen mit dem im Haus gelebten innovativen „Hausgemeinschaftsmodell“. Demnach sind auch die Küchen der Wohneinheiten als offene Orte der Begegnung konzipiert. So lauteten die Vorgaben für die Kochbereiche: „Robust müssen sie sein und von der Hygiene her gut zu reinigen.“ Die Vorteile in der Zusammenarbeit mit dem BBW? Die kurzen Wege zwischen Planung, Werkstatt und Baustelle, ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, Qualität sowie feste persönliche Ansprechpartner.

 

Jeder Auftrag: einmalig
Damit ist Dirk Fischer gemeint, Produktionsleiter im BBW-Schreinerzentrum. Dort ist man viel mit Aufträgen aus dem Stiftungsverbund beschäftigt – sei es mit der Herstellung neuer Möbel oder mit Instandhaltungsarbeiten. Jeder Job sei speziell, doch bei allen Projekten gehe es darum, nachhaltige Produkte zu schaffen, „Möbel, die auf Langlebigkeit ausgerichtet sind.“ Und die jungen Menschen mit besonderem Förderbedarf, die im BBW ihre Ausbildung absolvieren? „Wir versuchen, wenn immer es Lehrplan und zeitliche Abläufe zulassen, die Auszubildenden in die Aufträge einzubinden“, erklärt Fischer. Oft sind die Jugendlichen dann auch bei der Auslieferung mit dabei. „Damit sie sehen, wohin unsere Produkte gehen.“ Zum Beispiel nach Friedrichshafen. Dort sorgt BBW-Schreinermeister Simon Schmid gerade noch für den letzten Feinschliff in der Küche. Für den 42-Jährigen und seine Kollegen ist der Job im Franziskuszentrum dann erledigt. Vorerst. Denn schon bald werden sie wieder hier sein, schließlich ist auch bei den weiteren Bauabschnitten das Know-how der Holzspezialisten gefragt. 

 

 

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