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„Sport hält fern von blöden Sachen“

RAVENSBURG - Ob Fußball, Klettern, Laufen, Fitnesstraining, Basketball oder Kajak: Sport wird im und um das Ravensburger Berufsbildungswerk Adolf Aich groß geschrieben. Wer will, der kann hier jeden Tag etwas für seine Gesundheit tun und dabei den Alltagsstress rausschwitzen. Positiver Nebeneffekt: von den Erfahrungen im Sport profitieren die Jugendlichen auch in der Ausbildung und im Schulunterricht.

Konzentration, Kraft, Koordination: Beim Klettern können die Azubis des BBW vom Ausbildungsalltag abschalten.

Vom EU-Modellprojekt zum Dauerläufer: die Laufgruppe der "BBW Included Runners" trifft sich einmal wöchentlich zum Training.

Mittagspause im Fitnessraum
Wie jeden Dienstag um 12 Uhr schließt Daniel Pieper den Fitnessraum in der Turnhalle auf dem Gelände des BBW in der Ravensburger Südstadt auf. Rund ein Dutzend Jugendliche verteilt sich an die Geräte und nutzt die Mittagspause zum Training. „Ein völlig offenes und freies Angebot“, erklärt Pieper. Der 38-jährige Berufsschullehrer ist seit Kurzem offizieller „Sportmanager“ im Berufsbildungswerk. Das heißt: Er koordiniert dort die vielen Sportaktivitäten.

Disziplin, Teamfähigkeit und ein besseres Körpergefühl
Und die sind ein wichtiger Bestandteil in der ganzheitlichen Förderung der jungen Menschen. „Jugendliche erfahren und erlernen beim Sport klassische Werte wie Regelmäßigkeit, Disziplin, und Teamfähigkeit“, so Pieper. „Und darüber hinaus bekommen sie ein besseres Körpergefühl.“ Weitere positive Auswirkungen auf die Ausbildung: sich Ziele setzen und diese erreichen, das Selbstbewusstsein stärken, soziale Kompetenzen entwickeln.

Abwechslung zum Alltag
Und dann bietet der Sport natürlich auch eine gute Abwechslung zum Alltag: „Runterkommen, Stress abbauen, einen Ausgleich zu Schule und Ausbildung schaffen.“ Durch Sport werde Freizeit sinnvoll genutzt, man widerstehe den Versuchungen von Alkohol und Drogen vielleicht besser. Und wer laufe, kicke oder klettere komme eben generell nicht so leicht auf dumme Gedanken: „Sport hält einen fern von blöden Sachen.“

Zahlreiche Sportangebote
Alternativen zu solchen „blöden Sachen“ hat das Berufsbildungswerk jedenfalls genug zu bieten. Als Pendant zum freien Angebot im Fitnessraum gibt es auch die „offene Turnhalle“ – und in und um das BBW zahlreiche weitere Aktivitäten: Bogenschießen, Klettern und Schwimmen zum Beispiel. Und natürlich auch Fußball. Neben der entsprechenden AG, die es im vergangenen Jahr sogar bis auf Platz fünf bei den deutschen BBW-Meisterschaften geschafft hat, findet einmal im Jahr ein hauseigenes Schüler- und Azubi-Turnier, der „BBW-Cup“, statt. Wöchentlich trifft sich die Laufgruppe der "BBW Included Runners" zum Training. Zudem gibt es einmal jährlich einen speziellen Mädchensporttag.

Basketball-Kooperation mit TSB Ravensburg
Und nicht zuletzt wurde auch eine Kooperation in Sachen Basketball mit dem TSB Ravensburg ins Leben gerufen. „Die Idee dahinter ist es, ein Zwischenstück zu schaffen zwischen Schule und Verein“, erklärt Daniel Pieper. Das heißt: „Wir haben dort ein höheres sportliches Niveau als im Schulunterricht, sind aber noch nicht ganz auf Vereinsniveau.“ Die Teilnehmer sollen sich ausprobieren können und bei Bedarf dann auch ganz in den Verein wechseln. Einige haben diesen Schritt schon gemacht, wie Pieper erzählt. Er selbst tritt dann quasi als Bindeglied in Erscheinung, klärt die Klubtrainer über den Umgang mit möglichen Handicaps ihrer Neuzugänge auf.

Bewegungsmöglichkeiten schaffen
Generell hat es sich Daniel Pieper auf die Fahnen geschrieben, allen Jugendlichen niederschwellige Angebote zu machen und Anreize zu geben, sportlich aktiv zu werden. Als „Sportmanager“ will er nun das Sportprofil des BBW weiter schärfen. „Wir planen, mehr Bewegungsmöglichkeiten auf dem Gelände zu schaffen.“ Eine Boulderwand zum Beispiel, einen Trimm-Dich-Pfad einmal rund ums Gelände, eine Bogenschießanlage und eine Crossfit-Anlage. Was davon wann umgesetzt wird, hängt noch an der Frage der Finanzierung. Bereits sicher ist, dass eine Sportkiste eingerichtet wird – bestückt mit Basket- und Fußbällen, Badmintonschlägern, Frisbees und so weiter. Bei der können sich die Jugendlichen dann in ihren Pausen leihweise bedienen.

Turnhalle ist voll belegt
Was die Indoor-Aktivitäten angeht, kommt das sportbegeisterte BBW mittlerweile an die Grenzen seiner Kapazitäten. „Es ist nicht mehr viel Platz“, meint Daniel Pieper mit Blick auf den vollen Belegungsplan der Turnhalle. Dort geht es übrigens gleich mit dem regulären Sportunterricht weiter.

 

 

 

 

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