Ziel des Sprachcafés
Das Sprachcafé unterstützt die Auszubildenden dabei, ihre sprachlichen Kompetenzen für den beruflichen Alltag und den interkulturellen Austausch zu stärken. Im Mittelpunkt stehen praxisnahe Sprachgrundlagen und typische Situationen aus dem Arbeitsleben.
Entlastung für die Mitarbeitenden
Anja Rundel, Einrichtungsleiterin in den Häusern St. Raphael und St. Teresa, betreut 16 Auszubildende aus 10 Ländern. „Sprachbarrieren und Verständnisprobleme sind die größte Herausforderung – sowohl für die Auszubildenden als auch für die Mitarbeitenden und die Bewohnerinnen und Bewohner“, erklärt sie. Der kostenfreie Sprachunterricht während der Arbeitszeit erleichtert die Kommunikation und entlastet dadurch auch die Teams.
Lernen in lockerer Atmosphäre
Benjamin Burg, Integrationslehrer am Berufsbildungswerk Adolf Aich, bereitet die internationalen Auszubildenden in entspannter Atmosphäre auf den Arbeitsalltag vor. Statt klassischem Frontalunterricht werden bei einer Tasse Kaffee unterschiedliche Themen diskutiert. Auch pflegerische Inhalte gehören zum Lehrplan. Weitere Themen sind: Neu im Team, Willkommen in der Einrichtung, Ein Arbeitsunfall, Fortbildung und Teamgeist sowie selbstverständlich Inhalte rund um geistige und körperliche Behinderungen. Das Sprachcafé findet sowohl im Fachzentrum Liebenau als auch im Fachzentrum Rosenharz in Präsenz statt. Um möglichst vielen Auszubildenden die Teilnahme zu ermöglichen, wird zusätzlich ein Online-Sprachkurs angeboten.
Sprachniveau verbessert sich täglich
Der 28-jährige Céphas Tchokpodo aus Benin befindet sich im ersten Ausbildungsjahr zum Heilerziehungspfleger. „Deutschland bietet viele Möglichkeiten für junge Menschen – besonders für mich, da ich schon immer mit Menschen mit Assistenzbedarf arbeiten wollte“, erzählt er. Obwohl er bereits sehr gut Deutsch spricht, merkt er: „Je öfter ich am Sprachcafé teilnehme, desto besser werden meine Grammatik und mein Wortschatz.“ Seine Ausbildung absolviert er im Haus St. Pirmin, wo Menschen mit komplexem Unterstützungsbedarf leben, die häufig nicht sprechen können. „Das ist für mich die größte Herausforderung. Aber mit meinem Team verstehe ich mich sehr gut. Jetzt bräuchte ich nur noch einen Sprachkurs in Schwäbisch“, sagt er mit einem Augenzwinkern.
Leben in Deutschland – manchmal kompliziert
Nicht nur die Sprache, auch die Lebensweise stellt für viele eine Herausforderung dar. „In Benin sind wir immer draußen, da entstehen automatisch viele Kontakte“, berichtet der junge Mann aus Westafrika. In Deutschland dagegen würden die Menschen viel zurückgezogener in ihrer Wohnung leben. Auch die Essgewohnheiten waren für ihn zunächst ungewohnt: „Hier isst man so viel Brot! Und das Essen ist kaum scharf.“ Mittlerweile hat er sich daran gewöhnt – seine Lieblingsgerichte sind Sauerkraut und Spätzle.
Das Sprachcafé wird gefördert vom Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration aus Landesmitteln, die der Landtag von Baden-Württemberg bereitstellt.


