Gesellschaftliche Teilhabe und Selbstbestimmung
Vor zehn Jahren wurde mit dem Gemeindeintegrierten Wohnen in Brochenzell ein wichtiger Schritt hin zu mehr gesellschaftlicher Teilhabe und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen gemacht. Die Einrichtung steht beispielhaft für die Ziele der UN-Behindertenrechtskonvention, die das Recht aller Menschen auf ein selbstbestimmtes Leben und die volle Teilhabe am gesellschaftlichen Leben betont.
GIW ist mehr als ein Wohnangebot
In den vergangenen zehn Jahren hat sich nicht nur das Wohnangebot etabliert – es hat sich weit mehr entwickelt. Das wurde bei der Jubiläumsfeier deutlich. „Es ist hier weit mehr entstanden als ein Wohnangebot. Es ist ein Zuhause gewachsen. Ein Ort, an dem Menschen ihren Alltag gestalten, Freundschaften schließen, Herausforderungen meistern und schöne Momente erleben. Ein Ort, an dem gelacht, gefeiert, gelernt und manchmal auch getröstet wird. Ein Ort, an dem jeder Mensch seinen Platz hat“, erklärt Einrichtungsleiter Dietmar Brauchle.
Inklusion als gesellschaftlicher Wandel
Das Gemeindeintegrierte Wohnen steht zugleich für einen gesellschaftlichen Wandel. Weg von Ausgrenzung und Sonderwelten, hin zu einer inklusiven Gesellschaft, in der Menschen mit und ohne Unterstützungsbedarf selbstverständlich miteinander leben, sich begegnen und voneinander lernen. Die vergangenen Jahre haben eindrucksvoll gezeigt, wie wertvoll und bereichernd diese Form des Zusammenlebens ist.
Bewohnerinnen und Bewohner im Zentrum
Im Mittelpunkt der Feierlichkeiten standen vor allem die Bewohnerinnen und Bewohner selbst. „Sie geben diesem Haus sein Gesicht. Sie zeigen jeden Tag, wie vielfältig unsere Gesellschaft ist und wie bereichernd es ist, miteinander zu leben. Durch ihre Persönlichkeit, ihre Stärken und ihre Geschichten machen sie deutlich, worum es bei Inklusion wirklich geht: um Teilhabe, Selbstbestimmung und ein gutes Leben für alle Menschen“, fasste Brauchle zusammen.
Dank an Mitarbeitende für ihr Engagement
All das funktioniere aber nur mit einem Team, das sich mit so viel Herzblut und Engagement für die betreuten Menschen einsetzen, so Vanessa Mayer, Bereichsleiterin Bodenseekreis und dankte allen Mitarbeitenden mit einer Sonnenblume. Auch Viktor Grigorev, der seit Anfang an in dem Haus wohnt, hat sich in einer Rede, vorgelesen von Angehörigenbeirätin Brigitte Heidack, ebenfalls bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bedankt: „Sie schauen, dass es uns gutgeht, dass wir alles bekommen und sind immer für uns da. Sie geben sogar so viel, dass sie oft am Wochenende weniger bei ihren Familien sind, als bei uns. Für alle wünsche ich mir Engel an ihrer Seite!“
Gemeinschaftsgedanke stand im Mittelpunkt
Das Jubiläum bot Raum für Begegnungen, Erinnerungen und einen gemeinsamen Blick in die Zukunft. In ungezwungener Atmosphäre wurde gelacht, getanzt und gefeiert – ein Fest, das den Gemeinschaftsgedanken und die besondere Bedeutung dieses Wohnprojekts eindrucksvoll widerspiegelte. Auch für die kommenden Jahre bleibt das Ziel unverändert: Menschen mit Behinderungen die Möglichkeit zu bieten, ihr Leben selbstbestimmt zu gestalten, ihre Fähigkeiten einzubringen und als selbstverständlicher Teil der Gemeinschaft wahrgenommen zu werden.
