Bild Schloss Liebenau
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Geschichte

Gründungsphase bis 1925

Kaplan Adolf Aich 1870
Gemälde von Kaplan Adolf Aich

1850

Adolf Aich, Realschullehrer in Rorschach im Schweizer Kanton Sankt Gallen, reist viel in Europa und sammelt Eindrücke im Umgang mit sozialen Aufgabenstellungen. Er interessiert sich besonders für private Krankenanstalten.

 

1859

Adolf Aich wird Kaplan in Tettnang St. Johann.

 

1866

Kaplan Adolf Aich und sozial engagierte Tettnanger Bürger gründen in Tettnang gemeinsam den St. Johann-Verein mit dem Ziel, das Tettnanger Spital St. Johann auf einen modernen Stand zu bringen. Dieses Ziel wird wegen Undurchführbarkeit ("weil der Spitalvater bei Wohlverhalten auf Lebenszeit angestellt war") ebenso aufgegeben wie die angestrebte "public-private-partnership" für ein gemischtes kommunal-privates Krankenhaus (wegen der absehbaren Erfolglosigkeit der Verhandlungen mit den Gemeinden).

 

Der Verein fasst den Entschluss, "ein ganz unabhängiges Krankenhaus aus lauter freiwilligen Beiträgen" zu gründen.

Schloss Liebenau 1873
Gemälde des Liebenauer Schlosses
Schloss Liebenau heute
Ansicht des Schlosses Liebenau heute

1870

Adolf Aich kauft als Privatperson das Schloss Liebenau als Zufluchtsstätte für unheilbar kranke und behinderte Menschen. Er bezieht das Schloss mit einigen Pfleglingen und sechs barmherzigen Schwestern (heute: Franziskanerinnen von Reute, die bis 1975 in Liebenau wirkten). Er ist bis 1878 Anstaltsvorstand -  gegen den ausdrücklichen Wunsch des Bischofs.

 

1873

Aus dem zwischenzeitlichen Ziel, eine Kleinkinderkrippe für die vielen ledigen Mütter in Oberschwaben zu schaffen (damit diese einer Erwerbsarbeit nachgehen können) wird eine Anstalt für Unheilbare.

 

Rechtliche Gründung der Stiftung Liebenau.

 

"Seine Königliche Majestät haben vermöge Höchster Entschließung vom 10. September v. J. der Pfleg- und Bewahr-Anstalt für Unheilbare in Liebenau, Oberamts Tettnang, auf den Grund der vorgelegten Statuten das Recht der juristischen Persönlichkeit gnädigst verliehen, was hiemit öffentlich bekannt gemacht wird."

"Der Charakter der Anstalt soll der einer Privatanstalt sein, hervorgegangen aus christlicher Liebe, bestehend durch die freithätige christliche Liebe; ruhend auf katholisch kirchlicher Grundlage. Unterstützungen aus öffentlichen Kassen können den Charakter der Anstalt als einer Privat-Anstalt nicht ändern."


Caspar Bueble
Porträt-Gemälde von Caspar Bueble

1874

Adolf Aich wird als Pfarrer nach Wilhelmskirch versetzt, bleibt aber Anstaltsvorstand. Der Kaufmann Caspar Bueble wird Vorstand der Pflegeanstalt Liebenau (bis 1889). In diesem Jahr wird Caspar Bueble in den Landtag gewählt. Er ist außerdem Mitgründer und Gründungsvorstand der Tettnanger Volksbank.

 

1889

Inspektor Kaplan Josef Hekler wird Vorstand (bis 1901).

 

1893

Die Anstalt kauft Adolf Aich das Schloss Liebenau ab.

 

1902

Inspektor Otto Weber wird Vorstand (bis 1910).

 

1909

Kaplan Adolf Aich stirbt in Untermarchtal.

 

1910

Inspektor Josef Wilhelm wird Vorstand (bis 1953).

1925 - 1944

1925

Die Stiftung Liebenau kauft in Rosenharz bei Bodnegg eine Gastwirtschaft samt Brauerei und einen Bauernhof. Der Stiftungsstandort entwickelt sich im Lauf der folgenden Jahrzehnte zu einem von drei Standorten für Menschen mit Behinderung.

 

1927

Kauf des St. Gebhardi-Hauses in Hegenberg, dem heutigen Standort des Kinder- und Jugendbereichs der Behindertenhilfe.

 

1929

In Rosenharz wird ein Landeserziehungsheim mit neunklassiger Hilfsschule und Berufsausbildung eröffnet.

"Verlegung" von Bewohnern mit Bussen in die Landespflegeanstalt Grafeneck
Bus, in den Patienten aus Liebenau einsteigen

1940

Durch politischen Druck Beschränkung der Pflege auf "Volksgenossen".
Euthanasie - Ab Juli "Verlegung" mit Bussen in die Landespflegeanstalt Grafeneck und Ermordung von 510 Bewohnern. Weitere 150 Personen konnten von der Anstaltsleitung und dem Personal gerettet werden. Rückgang der Belegung von 1121 auf 531 Personen.
Liebenau wird Internierungslager für Frauen aus "Feindländern".

 

1942

Tbc-Lazarett der Wehrmacht in Rosenharz.

 

1943

Eine Abteilung des Auswärtigen Amtes in Berlin lässt sich in Liebenau nieder.

Die Nachkriegszeit 1945 - 1967

1950

Liebenau wieder frei von fremden Belegungen.

 

1952

In Liebenau wird ein Schulhaus gebaut. Daraus geht die Don-Bosco-Schule hervor.

 

1953

Direktor Max Gutknecht wird Vorstand (bis 1968).

1968 - 1994

Norbert Huber
Norbert Huber mit Brot und Trauben in der Hand

1968

Direktor Norbert Huber wird Vorstand (bis 1996).

Neue Wohnheime und Werkstätten für Menschen mit Behinderung sowie ein Fachkrankenhaus werden eingerichtet. Es entsteht eine Ausbildungseinrichtung für soziale Berufe. Das Kinder- und Jugenddorf Hegenberg wird erbaut.

 

1969

Bau einer Mitarbeitersiedlung in Hegenberg. Eröffnung einer Schule für Heilerziehungspflege in Liebenau. Umbau der Tbc-Heilstätte Rosenharz in eine Behinderteneinrichtung mit Wohnheimen und einer Werkstatt für Behinderte.

 

1970

100-jähriges Jubiläum: Die "Heil- und Pflegeanstalt Liebenau" nennt sich nun Stiftung Liebenau.

 

1971

Gründung des Instituts für soziale Berufe (ifsb) in Ravensburg.

 

1972

Neubau Kinder- und Jugenddorf Hegenberg. Gründung einer Sonderberufsschule.

Die St. Lukas-Klinik
Foto der St. Lukas-Klinik

1973

Die Krankenabteilung im Liebenauer Schloss wird zum Fachkrankenhaus und zieht 1975 ins St. Anna-Haus. Daraus entsteht die St. Lukas-Klinik.

 

1980

Zur Ausbildung von Jugendlichen mit Lernbehinderung wird das Berufsbildungswerk Adolf Aich gegründet.

 

1989

Einrichtung einer Schule für Kranke in der St. Lukas-Klinik.

Helmut Staiber
Porträt von Helmut Staiber

1992

Helmut Staiber, seit 1968 Verwaltungsleiter und stv. Vorstand, wird Vorstand (bis 2002).

 

1993

Übernahme der Fachkliniken Wangen. Gründung der Frühförder- und Beratungsstelle für Eltern und Kind in Markdorf.

 

1994

Gründung der Salvator Altenhilfe gGmbH.
Erste Wohnanlage nach dem Konzept "Lebensräume für Jung und Alt" in Vogt.

1995 - 2009

1995

Neue Organisationsform mit Holding und fünf gemeinnützigen Gesellschaften (gGmbH).
Stiftung Liebenau feiert ihr 125-jähriges Bestehen.

Dieter Worrings
Porträt von Dieter Worrings

1996

Vorstand Norbert Huber scheidet aus.

Dekan Dieter Worrings wird Vorstand der Stiftung Liebenau.

In Vogt werden die ersten „Lebensräume für Jung und Alt“ in Betrieb genommen.

 

1998

Gründung der St. Anna Hilfe für ältere Menschen gemeinnützige GmbH und der St. Anna Sozialzentren in Österreich.

 

1999

Übernahme der Kuratorenrolle für die Hospitalstiftung zum Heiligen Geist Kißlegg.

Gründung der Liebenau Service GmbH.

 

2000

Auf Initiative der Stiftung Liebenau finden sich elf deutsche Sozialeinrichtungen zusammen, um den Brüsseler Kreis zu gründen. Ziel ist es, gemeinsam die europäischen Dimensionen der sozialen Arbeit zu bearbeiten.

Die Stiftung Liebenau trennt sich von den Fachkliniken Wangen.

Kennzahlen Stiftung Liebenau

(mit Stiftung Hospital zum Heiligen Geist und Stiftung Helios):

3420 Mitabeiter
158.726 TEUR Umsatz (konsolidiert)

2001

Die Stiftung Liebenau beteiligt sich an der Franz von Assisi gemeinnützige GmbH, die neue Wohn- und Betreuungsformen für Menschen mit Behinderung aufbauen will.

Dr. Berthold Broll
Porträtfoto von Dr. Berthold Broll

2002

Vorstand Helmut Staiber geht in den Ruhestand.
Dr. Berthold Broll wird ab Januar Vorstand der Stiftung Liebenau.

Gründung der Heilig Geist – Leben im Alter gemeinnützige GmbH (25% Beteiligung).

 

2003

Gründung der St. Nikolaus Süddeutsches Kinderhospiz gemeinnützige GmbH (50% Beteiligung)

Entwicklung der ZustifterRente, ein Modell zur Immobilienverrentung.

Eröffnung des Verkaufsladens des Liebenauer Landlebens.

 

2004

Gründung der Liebenau Leben im Alter gemeinnützige GmbH.

Gründung der Christlichen Hospizstiftung zur Unterstützung der Hospizarbeit im Bodenseekreis.

Gründung der Stiftung Kulturdenkmal Schloss Bad Wurzach zur Erhaltung und zur Zukunftssicherung des berühmten Barockschlosses in Bad Wurzach.

Die Stiftung Liebenau beteiligt sich an der Christliches Sozialwerk gemeinnützige GmbH in Sachsen.

Erster Schritt in die Schweiz: Die Stiftung Villa Helios wird in den Verbund der Stiftung Liebenau aufgenommen und bringt ein Pflegeheim in Goldach ein.

Dr. Markus Nachbaur
Porträtfoto von Dr. Markus Nachbaur

2005

Das Vorstandsgremium wird neu strukturiert: Dr. Berthold Broll wird zum Vorstandsvorsitzenden, Pfarrer Dieter Worrings zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden berufen.

Dr. Markus Nachbaur wird drittes Vorstandsmitglied.

Gründung der Liebenau Kliniken gGmbH sowie der Liebenau - Beratung und Unternehmensdienste GmbH und der Liebenau - Gebäude und Anlagenservice GmbH.

Das  Netzwerk „Soziales neu gestalten (SONG)“, eine Kooperation verschiedener Akteure in der Sozialwirtschaft, wird gegründet. Beteiligt ist auch die Stiftung Liebenau.

Die Stiftung Liebenau bietet erstmals ein Ferienprogramm für Kinder mit und ohne Behinderung an.

Kennzahlen Stiftung Liebenau

(mit Stiftung Hospital zum Heiligen Geist und Stiftung Helios):

4500 Mitarbeiter
201.313 TEUR Umsatz (konsolidiert)

2006

Gründung der St. Anna Service gGmbH (Bregenz).

Gründung der Gesellschaft für Entwicklungspsychiatrie und Integration gGmbH (zu je 50 Prozent Liebenau Kliniken gGmbH und Fachkliniken Mariaberg GmbH).

 

2007

Beteiligung an der Genossenschaft Dorfplatz Oberhelfenschwil (Schweiz).

Das Kinderhospiz in Bad Grönenbach nimmt Betrieb auf.

Die Tagesklinik in der Stuttgarter Bernsteinstraße nimmt ihren Betrieb auf.

Das „Café Miteinander“ in Ravensburg wird eingeweiht.

Der Windel-Willi wird als Teil der neuen Energiezentrale am Standort Liebenau in Betrieb genommen.

 

2008

Pfarrer Dieter Worrings scheidet im Juni 2008 aus dem Vorstand aus. Generalbevollmächtigter des Vorstands wird Dr. Wolfgang Wasel.

Gründung LBU Systemhaus AG
(33 Prozent Liebenau Beratung und Unternehmensdienste GmbH).

Gründung CaSa Sozialeinrichtungen gemeinnützige GmbH (Wien)
(zu je 50 Prozent Stiftung Liebenau und Caritas der Erzdiözese Wien)

Start der Sozialmedizinischen Nachsorge für Familien mit chronisch-, krebs- und schwerkranken Kindern sowie Früh- und Risikogeborenen (Kooperation mit der Oberschwabenklinik).

Das Liebenauer Netzwerk Familie wird aufgebaut.

 

2009

Gründung der Fondazione Santa Elisabetta Bozen (Italien) mit der Caritas der Diözese Bozen-Brixen.

Ende des Rechtsstreits um den Status der Stiftung Liebenau. Der Verwaltungsgerichtshof Mannheim entscheidet, dass die Stiftung Liebenau eine kirchliche Stiftung des privaten Rechts auf katholisch-kirchlicher Grundlage ist.

ab 2010

Gottesdienst für die Liebenauer Euthanasie-Opfer
Bild mit Kerzen vom Gottesdienst zum Gedenktag für die Liebenauer Euthanasie-Opfer

2010

Erster Gedenktag für die Liebenauer Euthanasie-Opfer am 27. Januar 2010.

Festakt zum 140-jährigen Bestehen der Stiftung Liebenau.

Dr. Wolfgang Wasel scheidet aus dem Vorstand aus.

Gründung des ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienstes (Amalie) in Kooperation mit den Maltesern.

Am Standort Ulm bündelt die Stiftung Liebenau ihre verschiedenen Angebote in der Schillerstraße 15:  das Regionale Ausbildungszentrum Ulm (RAZ), die Max-Gutknecht-Schule und die Ambulanten Dienste.

Gründung der Liebenau Teamwork Kommunikation GmbH.

Kennzahlen Stiftung Liebenau

(mit Stiftung Hospital zum Heiligen Geist und Stiftung Helios):

6040 Mitarbeiter
269.964 TEUR Umsatz (konsolidiert)
95 Standortkommunen
Prälat Michael H. F. Brock
Porträtfoto von Prälat Michael H. F. Brock

2011

Prälat Michael H. F. Brock wird ab Mai Mitglied des Vorstands der Stiftung Liebenau. Alle drei Vorstandsmitglieder – Prälat Michael H. F. Brock, Dr. Berthold Broll und Dr. Markus Nachbaur – sind gleichberechtigt und verantworten gemeinsam die inhaltlich-fachliche wie auch die wirtschaftliche Ausrichtung der Stiftung Liebenau.


Im Zuge der Dezentralisierung von Wohnangeboten beginnt mit dem Bau eines Wohnpflegeheims die Umgestaltung des Stammortes Bodnegg-Rosenharz.


In Bermatingen eröffnet eine neue Werkstatt für Menschen mit Behinderungen (WfbM) (Kooperation mit den Sprungbrett-Werkstätten)

 

2012

Eröffnung der Lebenswelt St. Antonius in Kärnten fürMenschen mit Behinderungen.

Übernahme der Altenpflegeeinrichtung in St. Gallenkirch, Vorarlberg.

 

2013

Die Fondazione Santa Elisabetta übernimmt das Jesuheim in Girlan, Südtirol.. In der Gemeinde Maikammer nehmen die ersten Einrichtungen in Rheinland-Pfalz den Betrieb auf: eine Wohnanlage nach dem Konzept "Lebensräume für Jung und Alt" und das Altenpflegeheim St. Pirmin

 

2014

Tod von Helmut Staiber.

Die drei Werkstattträger (Liebenau Service GmbH, St Gallus-Hilfe gGmbH gGmbH, Holding der Stiftung Liebenau) der Stiftung Liebenau bilden unter dem Namen "Liebenauer Arbeitswelten" eine Kooperation.

ZF-Chef Dr. Stefan Sommer übernimmt Schirmherrschaft für die berufliche Bildung in der Stiftung Liebenau.

 

2015

Die Liebenauer Altenhilfe feiert 25-jähriges Bestehen. 

In Kärnten entstehen die ersten „Lebensräume für Jung und Alt“. Träger sind die Diözese Gurk und das Land Kärnten, unter fachlicher Begleitung der Stiftung Liebenau. In Bad Waldsee entsteht das erste Bildungs-, Begegnungs- und Förderzentrum (BBF) (Kooperation mit den Integrations-Werkstätten Oberschwaben).

Die Stiftung Liebenau baut ihr Engagement in der Schweiz aus. Zu diesem Zweck wird die Liebenau Schweiz gemeinnützige AG mit Sitz in St. Gallen gegründet. 

Kennzahlen Stiftung Liebenau

(mit Stiftung Hospital zum Heiligen Geist und Stiftung Helios):

6900 Mitarbeiter
334 Mio. EUR Umsatz (konsolidiert)
104 Standortkommunen

2016

Prälat Michael H. F. Brock wird in den Priesterrat der Diözese Rottenburg-Stuttgart gewählt.

Mit Gründung der Liebenau Italia wurde ein neues Sozialunternehmen gegründet, das sich zukünftig der Pflege und Betreuung hilfebedürftiger Mitmenschen in Italien widmet.

Kennzahlen Stiftung Liebenau

(mit Stiftung Hospital zum Heiligen Geist und Stiftung Helios):

6959 Mitarbeiter
325 Mio. EUR Umsatz (konsolidiert)
94 Standortkommunen