Der Einstieg in den Öko-Landbau stellt eine konsequente Weiterentwicklung des traditionsreichen Betriebs dar und verbindet dabei ökologische Ziele mit dem sozialen Auftrag der Stiftung. "Mit Naturland haben wir einen Partner gefunden, der sehr gut zu uns passt", sagt Dr. Markus Nachbaur, Vorstand der Stiftung Liebenau. "Naturland verbindet ökologische Standards mit verbindlichen Anforderungen an soziale Verantwortung. Als Stiftung Liebenau führen wir diesen ganzheitlichen Ansatz mit unserem Auftrag zu Teilhabe und fachlicher Förderung von Menschen mit Einschränkungen konsequent zusammen - ökologischer Landbau und Inklusion gehen Hand in Hand."
Bio-Umstellung bietet langfristige Perspektiven
Die offizielle Aufnahme erfolgte im Rahmen einer Hofschildübergabe durch Naturland Präsidiumsmitglied Udo Rumpel. "Die Stiftung Liebenau zeigt beispielhaft, wie ökologische Landwirtschaft und gesellschaftliche Verantwortung zusammenwirken können. Solche Betriebe sind Impulsgeber für die gesamte Landwirtschaft", betont Rumpel. Dies gelte umso mehr in der aktuellen Situation, in der viele Betriebe mit steigenden Kosten und den Folgen der Dürre kämpfen, während zugleich Absatz und Preise stagnieren. "Die Umstellung auf Bio erfordert heute mehr denn je Mut, Ausdauer und eine langfristige Perspektive. Dass diese positive Perspektive dennoch gegeben ist, zeigt die weiterhin hohe Nachfrage der Verbraucher nach Bio-Produkten. Die aktuellen Umstellerzahlen bei Naturland deuten darauf hin, dass nach den zuletzt eher schwachen Jahren langsam wieder mehr Betriebe dies erkennen und sich für den Schritt in eine ökologische Zukunft entscheiden", betont Rumpel.
Umstellung als Teil einer umfassenden Zukunftsstrategie
Für die Stiftung Liebenau ist die Umstellung auf Bio Teil einer umfassenden Zukunftsstrategie ihrer Grünen Betriebe. Ziel ist es, die Bodenfruchtbarkeit zu steigern, Klimaresilienz aufzubauen, Nährstoffkreisläufe zu schließen und die Direktvermarktung auszubauen. Neben 200 Hektar Ackerbau sowie 160 Hektar Grünland mit Mutterkuhhaltung und Rindermast liegt ein weiterer Schwerpunkt der Grünen Betriebe auf dem Obstbau, insbesondere Äpfel auf rund 40 Hektar. Dazu kommt die Gärtnerei mit Gemüse- und Zierpflanzenbau im Freiland und unter Glas. Die Entscheidung für die Umstellung sei bewusst getroffen worden, betont Stiftungsvorstand Nachbaur: "Regionalität, Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit prägen unser Handeln bereits seit vielen Jahren. Das gilt für die Grünen Betriebe ebenso wie für andere Bereiche der Stiftung, etwa im Forst oder bei der Energieerzeugung, aber auch für unsere Haupttätigkeit in den sozialen Aufgabenfeldern, in denen wir dauerhafte und bedarfsgerechte Angebote für Menschen mit Unterstützungsbedarf schaffen. Auch wenn die Rahmenbedingungen aktuell schwierig sind, gehen wir jetzt konsequent diesen Schritt in Richtung Bio", so Nachbaur weiter.
Soziale Dimension der Grünen Betriebe
Die Landwirtschaft gehört seit den Anfängen der Stiftung Liebenau zu ihrem Selbstverständnis. Über viele Jahrzehnte diente sie nicht nur der Eigenversorgung der Einrichtungen mit Lebensmitteln, sondern war auch ein wichtiger Arbeits- und Beschäftigungsbereich für Menschen mit Einschränkungen. Daran wird sich auch mit der Neuausrichtung nichts ändern. Die Stiftung versteht die Weiterentwicklung ihrer Grünen Betriebe als Investition in eine nachhaltige Landwirtschaft, die ökologische Verantwortung mit gesellschaftlicher Teilhabe verbindet. Diese soziale Dimension bleibt auch künftig ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit.

