Aktiv auch über den Ruhestand hinaus
„Ich mache es so gerne“, sagt Anna Weber und strahlt dabei eine positive Grundeinstellung aus, die einfach ansteckend wirkt. Sie ist zwar schon seit etwa zwei Jahren in Rente. Aber sie arbeitet trotzdem noch stundenweise auf Minijob-Basis im Haus St. Dominikus. Oft kommt sie zusätzlich auch in ihrer Freizeit hierher und hilft ehrenamtlich mit. Denn Altenpflege ist für Anna Weber nicht nur ein Beruf. „Es ist eine Berufung“, erklärt sie.
Einst als „Stationsmädchen“ im Krankenhaus
Herausgefunden hat sie dies schon in jungen Jahren. Damals arbeitete sie sonntags als „Stationsmädchen“ im Krankenhaus in Ottobeuren und half zum Beispiel bei der Essensausgabe. „Das machte mir großen Spaß“, erinnert sie sich. „Deshalb dachte ich mir, dass ich gerne in der Pflege mit alten Menschen arbeiten würde.“ So kam es. Anna Weber besuchte zunächst die Hauswirtschaftsschule in Kempten und arbeitete dann 18 Jahre lang als Pflegehelferin in einem Schwerstpflegeheim in Buxheim. Danach wechselte sie in das Alten- und Pflegeheim in Bad Grönenbach, das damals noch St. Maria hieß und vom Roten Kreuz betrieben wurde. Acht Jahre später, im Jahr 2005, übernahm die Stiftung Liebenau diese Einrichtung und baute ein neues Haus der Pflege, das seither den Namen St. Dominikus trägt und 50 Dauerpflegeplätze und neun Heimgebundene Wohnungen bietet.
Faszinierende Lebensgeschichten
Vom ersten Tag an fühlte sich Anna Weber mit diesem Haus verbunden. „Es ist sehr schön, hell und freundlich“, erzählt sie. Noch mehr begeistert sie sich hier aber für die Menschen. „Mir ist es wichtig, ihnen mit Wertschätzung zu begegnen“, berichtet die 66-Jährige. Denn jede und jeder hat eine ganz eigene Lebensgeschichte. Oft sind es schöne, manchmal auch traurige oder zutiefst berührende Geschichten. „Es hat mich immer fasziniert, wenn die Menschen ihre Geschichte erzählen. Dadurch habe ich einen tiefen Einblick in ihr Leben erhalten.“
Eine gute Atmosphäre
Es gibt noch etwas, das Anna Weber wichtig ist und für das sie auch im Haus St. Dominikus bekannt ist. „Ich liebe alles Schöne“, sagt sie. Deshalb achtet sie in ihrem Beruf als Altenpflegehelferin sehr darauf, dass die Bewohnerinnen und Bewohner gut gepflegt sind – auch in ihrem Erscheinungsbild. „Menschen fühlen sich besser, wenn sie gut gekleidet und schön frisiert sind und eine hübsche Halskette tragen“, erläutert Anna Weber. Sehr viel Wert legt sie auch darauf, dass auf der Station immer eine ruhige und gute Atmosphäre herrscht.
Persönliche Kraftquellen sind wichtig
In den beinahe fünf Jahrzehnten ihres Berufslebens hat sich vieles verändert – das Haus, das Berufsbild, das Team. Geblieben sind Anna Webers Leidenschaft für ihren Beruf und die Verbundenheit mit dem Haus St. Dominikus. „Ich habe mich hier immer wohl gefühlt“, betont sie. Ein Prinzip hat sie dabei nie aus den Augen verloren: „Mir war immer wichtig, dass ich gut für mich selbst sorge. Denn umso mehr Kraft hat man dann auch für den Beruf.“ Anna Webers persönliche Kraftquellen sind Wandern, Radeln und ihre Familie mit ihrer erwachsenen Tochter und zwei Enkelkindern. „Ich bin für jeden Tag dankbar“, sagt sie zufrieden.
