Von der Gastronomie in die Altenpflege
In ihrer Heimat Bulgarien war Zhana Alfers Managerin eines Gastronomiebetriebs mit zwei touristischen Wohnkomplexen. Der Job machte ihr Spaß, bedeutete jedoch oft einen 16- bis 18-Stunden-Arbeitstag. Deshalb hielt sie Ausschau nach anderen beruflichen Möglichkeiten und stieß dabei auf das Programm „MobiPro-EU“, das junge Menschen bei der Aufnahme einer betrieblichen Berufsausbildung in Deutschland unterstützte.So bereitete sie sich noch in Bulgarien mit einem mehrmonatigen Sprachkurs auf ihre Ausbildung zur Altenpflegerin bei der Stiftung Liebenau vor.
Entscheidend waren die beruflichen Perspektiven
Unvergesslich ist für sie der 21. Juni 2015: An diesem Tag kam ihr Zug in Ravensburg an. „Da wurde mir klar: Ich bin in einem fremden Land und verstehe den Dialekt nicht – aber die Stiftung Liebenau begleitet mich“, erzählt sie. Die ersten Monate in Oberschwaben waren ausgefüllt mit Praktikum und Sprachunterricht. Am 1. September damals begann ihre Ausbildung zur Pflegefachkraft im Adolf-Gröber-Haus in Weingarten und am Institut für Soziale Berufe in Ravensburg, wo sie später auch eine Weiterbildung zur Fachwirtin für Organisation und Führung absolvierte. „Mein klares Ziel war von Anfang an, im Management zu arbeiten. Deshalb prüfte ich zuvor, welche Berufe die besten Möglichkeiten bieten, in die Führungsebene aufzusteigen. Das war die Pflegeausbildung“, berichtet die 35-Jährige rückblickend.
Eine Kultur der Wertschätzung
Nach ihrer Ausbildung habe sie es sich zur Aufgabe gemacht, verschiedene Einrichtungen und Träger kennenlernen. Zhana Alfers arbeitete mehrere Jahre lang in einem Krankenhaus, in einer Reha-Einrichtung und zuletzt als Leiterin eines ambulanten Pflege- und Betreuungsdienstes. Danach entschied sie sich, zur Stiftung Liebenau zurückzukehren. Warum? „Bei der Stiftung Liebenau steht das Leitbild nicht nur auf dem Papier, sondern dort wird es auch gelebt. Alle Einrichtungen tragen diese Werte mit“, erklärt sie. Konkret nennt sie eine Kultur der Wertschätzung, eine offene Kommunikationskultur, Lösungsorientierung und Flexibilität. Um sich auf eine Führungsposition in der Stiftung Liebenau vorzubereiten, absolvierte Zhana Alfers ab Mai 2023 ein fünfmonatiges Trainee mit verschiedenen Stationen, unter anderem auch in St. Konrad.
Familiäres Klima, professionelles Arbeiten
Als in Kressbronn die passende Stelle frei wurde, sagte sie sofort zu, denn sie kannte das Haus bereits und schätzte den familiären Umgang im Team und die zugleich professionelle Arbeitsweise. Das bedeutet für sie: „Hier kann man zusammen mit dem Team etwas bewegen.“ Genau dies ist ihr ein Anliegen. „Veränderungsprozesse aktiv und verantwortlich mitzugestalten, das macht mir Freude“, sagt sie. Solche Prozesse seien auch in der Stiftung Liebenau im Gange, etwa im Hinblick auf die Digitalisierung oder auf neue Arbeitskonzepte.
Menschen stehen im Mittelpunkt
Hinzu kommt: „Wir haben hier das schönste Haus mit den schönsten Sonnenuntergängen“, schwärmt die 35-Jährige. Denn das Haus der Pflege St. Konrad befindet sich auf einer Anhöhe mit einem wunderbaren Blick über den Bodensee hinüber zu den Alpen. Dies hat für Zhana Alfers auch etwas Sinnbildliches: „Der See ist jeden Tag anders – genauso wie die Menschen.“ Diese Menschen und die Menschlichkeit stehen für sie im Mittelpunkt. „Mir war immer klar, dass es meine Berufung ist, mit Menschen zu arbeiten – ob das Menschen sind, die sich in ihrer Freizeit vergnügen oder die Hilfe brauchen“, sagt Zhana Alfers auch in Anspielung auf ihre frühere Tätigkeit. Ihrem Beruf als Einrichtungsleitung gibt sie aber eindeutig den Vorrang. Denn: „In meiner jetzigen Aufgabe sehe ich mehr Sinn und Erfüllung.“
