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Hoffnung im Zentrum des Vortrags im Franziskuszentrum Friedrichshafen

Friedrichshafen – Der Vortrag „Hoffnung?! Können wir noch hoffen?“ reihte sich Ende Februar in eine Serie von Veranstaltungen im Franziskuszentrum Friedrichshafen der Stiftung Liebenau ein. Einrichtungsleiter Thomas Burghoff begrüßte die rund 30 Gäste und gab das Wort an Jens Fehrenbacher, der mit den Teilnehmenden in einen regen Austausch ging.

Eine Menschengruppe hört einem Vortrag zu

Seelsorger Jens Fehrenbacher im regen Austausch mit den Gästen zum Thema Hoffnung.

„Hoffnung ist kein Luxus“

„Hoffnung ist kein Luxus, sondern eine Lebens-, ja Überlebensfrage“, so Fehrenbacher, der aufgrund seines Amtes als Seelsorger in der Stiftung Liebenau auch im Hospiz im Franziskuszentrum das Thema nur zu gut kennt. Hoffnung trage uns vor allem auch in Zeiten voller negativer Mitteilungen und Krisen. Mit einem kleinen digitalen Check zum Halbsatz „Ich hoffe auf…“ band Fehrenbacher die Gäste ein. Gesundheit, Frieden, Harmonie, Zuversicht, Zusammenhalt und gutes Wetter lauteten unter anderem Antworten darauf. „Außer beim Wetter können wir überall was dazu tun.“ Hoffnung ist Grundimpuls menschlichen Lebens: In jeder Entscheidung steckt sie, in jeder Freundschaft und in jedem Weg.

 

Umfassendes Thema

In der Literatur hat die Auseinandersetzung mit Hoffnung ihren festen Platz, die Religionen rücken sie ins Zentrum. Im Christentum wird sie als übergeordnetes Ziel verbunden, mit tiefem Vertrauen in Gottes Begleitung. Im Islam steht sie für Vertrauen in Allah und motiviert zu einem ethisch verantwortlichen Leben. Doch unabhängig, wie religiös jemand ist: Jeder Mensch trägt laut Fehrenbacher Hoffnung in sich. Die Frage bleibt, wie sehr man ihr traut. Im Titel der Veranstaltung stand auch die Frage: Sind wir alle Pilger der Hoffnung? Der Theologe sagte dazu: „Was unserer Seele guttut, tut auch unserer Hoffnung gut.“ Es gehe darum, wie beim Pilgern, auch in Bezug auf Hoffnung in Bewegung zu sein.

 

Gelassenheit, Versöhnung und Dankbarkeit

Hoffnung werde oft gleichgesetzt mit Wünschen. Mit letzteren wolle man aber neue Realitäten schaffen. Hoffnung sei eine Haltung, die von innen herauskommt. Als wichtiger Resilienzfaktor stärkt sie unsere Widerstandsfähigkeit und hilft, Krisen und Belastungen zu bewältigen. Doch gerade diese gehören auch zu den Faktoren, die die Hoffnung in uns gefährden und sie womöglich ins Gegenteil – die Verzweiflung – verkehren können. Hoffnung zeigt sich in Gelassenheit, Versöhnung, guten Beziehungen, innerem Frieden und Dankbarkeit.

 

Loslassen können

Als Seelsorger brachte Fehrenbacher das Thema „Loslassen“ am Beispiel des Jesuitenpaters Alfred Delp ins Spiel, der von den Nazis ermordet wurde. „Im Loslassen merkt er, was er hatte. Das scheint wichtig, weil wir stark davon abhängen von dem, was um uns herum ist.“ Beim Blick auf das Lebensende gebe es in der Regel das Spannungsfeld aus Schmerz, Verlust und Dankbarkeit. Dankbarkeit komme aus dem Menschen. Wertschätzung definiere sich darüber, wer man ist.

 

Hoffnung bis zuletzt

Dass Hoffnung ein Lebensmotor sein kann, zeigt sich im Hospiz oft bis zuletzt. Fehrenbacher beschrieb Beispiele von Sterbenden, die am Lebensende den Weg für sich gefunden haben. „Loslassen können, das möchte ich Ihnen schon mitgeben“, gab er den Rat. Manchmal sind es die Angehörigen im Hospiz, die nicht loslassen wollen, was für Menschen in der letzten Lebensphase eher belastend sein kann. Hoffnung ist die Kraft, die uns leben lässt, die uns verbindet und uns trägt – und die uns zutiefst menschlich macht.

 

Einen Fernsehbericht über den Vortrag finden Sie hier>

 

 

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