Von der Backstube in die Altenpflege
Thomas Tischmacher ist gelernter Bäcker und hat in seiner Jugend auch eine Weile als Bäckergeselle gearbeitet. „Aber das war nicht mein Beruf“, sagt er heute rückblickend. „Denn ich wollte nicht mit Gegenständen arbeiten, sondern mit Menschen.“ Also startete er im Alter von 22 Jahren neu durch und begann 1987 zunächst als Altenpflegehelfer im Haus St. Elisabeth zu arbeiten, das damals noch von einem Verein betrieben wurde. Um sich weiter zu qualifizieren, entschloss er sich schon bald darauf zu einer Ausbildung zum staatlich geprüften Altenpfleger. Seitdem arbeitet er ununterbrochen im Haus der Pflege St. Elisabeth, das seit 2002 zur Stiftung Liebenau gehört.
Angehörige arbeiten ebenfalls in St. Elisabeth
Ein gewisser Hang zum sozialen Bereich scheint ihm – trotz seines Umwegs in der Backstube – in die Wiege gelegt worden zu sein. „Ich stamme aus einer Großfamilie und habe zehn Geschwister. Viele von ihnen sind im sozialen Bereich tätig“, berichtet er. Hinzu kommt: „Mein Vater war hier 34 Jahre lang als Hausmeister tätig. Als Kind bin ich oft mit ihm hierhergekommen.“ Inzwischen haben weitere Familienmitglieder ihre Vorliebe für soziale Berufe entdeckt: Seine Frau, die aus Sri Lanka stammt, wechselte vor einigen Jahren ebenfalls in die Altenpflege und arbeitet im gleichen Haus als Pflegekraft. Seine Tochter macht hier ein Praktikum, und seine Nichte aus Sri Lanka absolviert derzeit ein Freiwilliges Soziales Jahr und beabsichtigt danach ebenfalls eine Ausbildung in der Pflege zu beginnen.
Geduld und Gespür für Menschen mit Demenz
Thomas Tischmacher ist seit langem im Demenzbereich von St. Elisabeth tätig. „Ich bin ein ruhiger Typ“, sagt er über sich selbst. Genau diese Eigenschaft sei im Umgang mit Menschen mit Demenz hilfreich. „Sie haben oft herausfordernde Verhaltensweisen. Man braucht Geduld und Gelassenheit, aber auch Erfahrung und eine gewisse Begabung, um gut damit umgehen zu können“, erzählt er. „Man muss ein Gespür dafür entwickeln, was diese Menschen brauchen oder möchten, auch wenn sie es nicht mit Worten sagen können.“ Deshalb versuche er, auf eine Ebene zu den Patienten zu gehen und sich in sie hineinzuversetzen. „Dann bekomme ich einen Zugang zu ihnen, auch wenn das nicht immer einfach ist“, berichtet er.
Anfänglich der einzige Mann im Team
Dass er einst von der Backstube in die Altenpflege gewechselt ist, hat der 61-Jährige nie bereut. Denn es gefällt ihm, „dass ich älteren Menschen helfen kann“. Auch das Arbeitsklima im Haus der Pflege St. Elisabeth sei sehr gut: „Ich gehe jeden Tag gerne hierher“, sagt er. Freilich habe sich in all den Jahren, in denen er als Altenpfleger arbeitet, auch viel verändert – meist aber durchaus in eine positive Richtung. Am Anfang sei er der einzige Mann im Team gewesen. Jetzt gebe es deutlich mehr Männer in der Altenpflege. Zudem sei der Pflegeberuf im Laufe der Zeit differenzierter und vielfältiger geworden. Auch Thomas Tischmacher hat sich durch eine Geronto-Zusatzausbildung weiterqualifiziert, nebenbei ist er auch noch Mitglied in der Mitarbeitervertretung. Dass sich sowohl Berufsbild als auch Anerkennung in den letzten Jahren deutlich verbessert haben, stellt er positiv fest.
