Vertrauen schaffen und Stärken entdecken
In kleinen Gruppen verbringen die jungen Menschen gemeinsam mit Ausbilderinnen und Ausbildern sowie Fachkräften aus Pädagogik, Psychologie und Case Management (persönliche Ausbildungsbegleitung) einen Tag außerhalb des gewohnten Ausbildungsumfelds. Bei erlebnispädagogischen Aufgaben sind Teamgeist, Kommunikation, Kreativität und gegenseitiges Vertrauen gefragt. Gerade zu Beginn dieses neuen Lebensabschnitts ist das wertvoll. Die Jugendlichen lernen einander und die Menschen kennen, die sie in den kommenden Monaten und Jahren begleiten werden. Gleichzeitig erleben die Mitarbeitenden sie außerhalb der klassischen Schul- und Arbeitssituation: Welche Stärken bringen sie mit? Wie verhalten sie sich in der Gruppe? Wo benötigen sie Unterstützung?
„Der Wald spielt dabei eine ganz große Rolle“, sagt Erlebnispädagoge Dietrich „Didi“ Broß, der die Waldtage am BBW initiiert und gemeinsam mit verschiedenen Fachbereichen organisiert. Das Gemeinschaftserlebnis, sich gegenseitig zu ermutigen, sich vertrauen zu können und Unterstützung zu erfahren, seien wichtige Wirkfaktoren des erlebnispädagogischen Waldtages, ergänzt Sozialpädagogin Jutta Uhlhaas. Nicht zuletzt gehöre dazu auch das entschleunigte Naturerlebnis.
Mehr als berufliche Qualifizierung
Die Arbeit des Berufsbildungswerks besteht darin, junge Menschen mit besonderem Förderbedarf auf ihrem Weg in die Arbeitswelt zu unterstützen. Dabei geht es neben beruflichen Fähigkeiten vor allem um persönliche und soziale Stabilisierung und Entwicklung. Psychologische und pädagogische Fachkräfte, Ausbilderinnen und Ausbilder sowie das Case Management arbeiten dafür eng zusammen. Die Waldtage machen diesen Ansatz unmittelbar erlebbar. Wer gemeinsam eine Aufgabe löst, sich etwas Neues zutraut oder Unterstützung annimmt, sammelt Erfahrungen, die über diesen Tag hinausreichen. Die Beobachtungen fließen in die weitere individuelle Begleitung ein.
