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Wohnen

Das Thema „Wohnen“ betrifft uns in der Stiftung Liebenau an ganz unterschiedlichen Stellen. Wir planen, bauen und vermieten Wohnungen. Wo wir selbst als Akteur am Immobilienmarkt auftreten und welche Interessen wir damit verfolgen, erfahren Sie hier in unserem Themendossier „Wohnen“.

Dass die Stiftung Liebenau viele Immobilien für Senioren, für Menschen mit Behinderungen und für Jugendliche sowie diverse Betriebsgebäude besitzt, ist in der Öffentlichkeit gut bekannt. Weniger bekannt ist, dass sich darüber hinaus auch 300 Wohnungen im Stiftungseigentum befinden. Herr Dr. Nachbaur, welche Rolle spielen diese Immobilien in der Gesamtstrategie?

 

Immobilien sind ja traditionell Bestandteil der Stiftung. Angefangen mit dem Schloss Liebenau als erstem Wohn- und Pflegegebäude hat man von Anfang an eigenen Wohnraum geschaffen und eigene Flächen erworben, manche auch über Erbschaften und Zustiftungen bekommen. Dabei stand und steht immer im Vordergrund die Frage, ob dadurch die sozialen Zwecke der Stiftung verwirklicht werden. Übrigens steht auch in der Satzung: „Das Stiftungsvermögen besteht aus Immobilien, Beteiligungen an Unternehmen, liquidem Vermögen, immateriellen und sonstigen Vermögensgegenständen.“  

 

Eine breite Streuung der Anlagen also. Welcher Anteil entfällt konkret auf Immobilien?

 

Derzeit sind es circa 60 Prozent, davon sind etwa zwei Drittel so genannte Zweckimmobilien, also Wohn- und Pflegehäuser, Werkstätten, Schulen, Krankenhausgebäude, sonstige Betriebs- und Verwaltungsgebäude – und eben sonstige Wohnungen.

 

… und welchen Zwecken dienen diese sonstigen Wohnungen?

 

Drei Arten von Zweckbindung können wir unterscheiden: Von Anfang an wurden Wohnungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter benötigt und geschaffen. Davon zeugen noch heute die Mitarbeiterwohnheime in Liebenau und Hegenberg. In der Siedlung Hegenberg wurden in den 1980er Jahren auch Reihenhäuser speziell für Mitarbeiter gebaut. Heute haben wir außerdem verstreut Mitarbeiterwohnungen in diversen Wohngebäuden.

Der zweite große Block kam in den 1990er Jahren mit Wohnungen für Menschen, die wir betreuen. Das waren zum einen Wohnungen für Senioren, zum anderen auch Wohnungen, in denen Menschen mit Behinderungen mit ambulanter Betreuung wohnen können. Auch die Auszubildenden im Berufsbildungswerk Adolf Aich brauchen zum Selbstständig-Werden Wohnungen. Und, realistisch gesehen, haben alle diese Gruppen auf dem umkämpften Wohnungsmarkt sehr eingeschränkte Chancen. Schon allein wegen der Mietpreise.

 Zum dritten besitzen wir Wohnungen, die frei vermietet werden. Solche Wohnungen entstehen im Zuge größerer Bauvorhaben, wenn in einem Gebäude nicht alle Flächen für soziale Zwecke genutzt werden können. Diese Wohnungen können längerfristig natürlich bei Bedarf umgewidmet werden.

 

Früher hat die Stiftung Liebenau viel selbst gebaut – zum Beispiel die Lebensräume für Jung und Alt. Heute arbeiten Sie mit externen Bauträgern zusammen. Warum dieser Strategiewechsel?

 

Uns ist es wichtig, dass die Gebäude konzeptionell gut geplant und gebaut werden. Die Lebensräume sind ein gutes Beispiel: Als generationenübergreifende Wohnanlagen mit Quartiersbezug brauchten sie eine besondere Architektur, die Kommunikation und Gemeinschaft fördert. Dafür haben wir als Bauträger zunächst selbst gesorgt. Nach zehn Jahren hatte sich die Bauweise etabliert, sodass wir dann an Externe übergeben konnten, um uns wieder mehr auf unser Kerngeschäft zu konzentrieren. Das ist unsere Strategie: Wir suchen die beste Lösung, wie für unsere Bedarfe sinnvoll gebaut werden kann. Mittlerweile liegt diese Lösung oft in Kooperationen.  

 

Wie wählen Sie die Kooperationspartner aus?

 

Nach der Übereinstimmung in Zielsetzung und Arbeitsweise. Als ideale Partner haben wir über die Jahre hinweg kommunale und städtische Wohnbaugesellschaften oder Wohnbaugenossenschaften kennen gelernt. Sie orientieren sich in erster Linie an Gemeinwohl-Interessen, nicht am Profit. So wie die Stiftung Liebenau. Und sie bieten zukunftsweisende Wohnkonzepte an – so zum Beispiel der Bau- und Sparverein Ravensburg eG und das Familienheim Villingen-Schwenningen eG, mit denen wir hervorragend zusammenarbeiten.

 

Zum Schluss ein Blick voraus: Welche Herausforderungen sehen Sie zukünftig in Sachen Wohnraum für soziale Zwecke?

 

Der Bedarf an preisgünstigem Wohnraum wird steigen. Denn im Sinne einer gesellschaftlichen Teilhabe möchten immer mehr Menschen selbstständig leben und wohnen, auch mit körperlichen oder geistigen Handicaps. Um diesen berechtigten Wunsch zu erfüllen und ihnen preiswerte Wohnungen anbieten zu können, sind besondere Anstrengungen nötig. Bei größeren Bauvorhaben könnte man zum Beispiel über Mischkalkulationen einen definierten Anteil preisgünstiger Wohnungen realisieren. Was erschwerend hinzukommt: Für Quartierskonzepte, die in Zukunft verstärkt gefragt sein werden, braucht es Flächen in zentraler Lage. Solche Vorhaben kann kein Träger allein realisieren. Wir brauchen starke Partnerschaften – von Kommunen, Kirchengemeinden, sozialen Trägern und Wohnungsbauunternehmen.

Berlin, München, Düsseldorf oder Frankfurt waren stets bekannte Beispiele für einen klassischen Vermietermarkt, aber Ravensburg und Tettnang? Hier hat sich der Wohnraummangel über Jahre angeschlichen, auch weil sozialer Wohnungsbau von den Gemeinden vernachlässigt wurde und Belegungsrechte ausgelaufen sind. Gleichzeitig wächst die Bevölkerung im Landkreis Ravensburg, wie auch im gesamten Bodenseekreis: um gut 4 Prozent in den letzten fünf Jahren, Tendenz steigend. „Nach  aktuellen Analysen müssen wir allein in Tettnang mit einem Wohnungsbedarf von gut 1300 Einheiten bis zum Jahr 2030 rechnen“, sagt Bürgermeister Bruno Walter. Leidtragende dieser Entwicklung sind vor allem Geringverdiener, unter denen auch viele Klienten der Stiftung Liebenau sind, die möglichst selbstbestimmt leben und wohnen möchten. So, wie man es sich in einer inklusiven Gesellschaft vorstellt.

 

Erste Schritte in die richtige Richtung könnte nun eine Kooperation einleiten, an der auch die Stiftung Liebenau beteiligt ist. Für die Realisierung des St. Anna-Quartier, das in Tettnang entstehen wird, haben sich gleich mehrere Akteure zusammengeschlossen, die der Wohnraumnot den Kampf angesagt haben. Zunächst stellte die Gemeinde St. Gallus ein gut 8000 qm großes Areal in Erbpacht zur Verfügung, das von der Gemeinde Tettnang noch um 4000 qm erweitert wurde. Auch auf Seite der Bauträger wurde kooperiert: Der Bau- und Sparverein Ravensburg und die Baugenossenschaft Familienheim aus Villingen-Schwenningen realisieren das Projekt gemeinsam. Innovativ ist dabei nicht nur das Kooperationsmodell, sondern auch die Bauweise, hier entstehen nämlich Mikrolofts. Ein preiswerter und modularer Haustyp, der trotzdem hohen Qualitätsansprüchen gerecht wird.

 

In einem integrativen Wohnquartier entstehen in Tettnang 130 Wohnungen, 38 davon werden als Sozialwohnungen angeboten, weitere 25 Einheiten zu reduzierten Mietpreisen, also deutlich unter der ortsüblichen Vergleichsmiete. Darüber hinaus soll ein Quartierstreff besonders alten Menschen die Möglichkeit geben, weiterhin aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Die werden natürlich nicht sich selbst überlassen: Als verbindendes Element wird es eine Gemeinwesenarbeit geben, die von der Stadt Tettnang und der Stiftung Liebenau organisiert und finanziert wird. Erste Vorschusslorbeeren sammelte das Projekt bereits beim Ideenwettbewerb „Quartier 2020“, in dessen Rahmen  es von Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha und Staatssekretärin Bärbel Mielich ausgezeichnet wurde.

Links

Unsere Angebote im Bereich Lebensräume an 29 Standorten in Baden-Württemberg, Bayern und Rheinland-Pfalz.

Eingezogen ist er hier mit seiner Frau. Im Haus Judith feierten sie ihren 60. Hochzeitstag, davon schwärmt Eugen Reutlinger, als wäre es gestern gewesen. Damals war seine Frau schon erkrankt, auf Pflege und einen Rollstuhl angewiesen. Inzwischen ist er Witwer. "Dadurch, dass die Wohnung nicht zu groß ist, kann ich das meiste selber machen." Andererseits muss er sich um vieles gar nicht selbst kümmern. Ist die Leuchte im Bad kaputt, kommt der Hausmeister und setzt eine neue ein. In anderen Dingen unterstützt ihn eine seiner Töchter. Einmal die Woche bereitet er sich selbst das Mittagessen zu. Dies sei ihm bis heute wichtig. "In zwei Jahren habe ich richtig kochen gelernt." Seine Frau gab vom Rollstuhl aus Instruktionen, die er am Herd umsetzte, wie er schmunzelnd erzählt. Im angeschlossenen Pflegebereich vom Haus der Pflege St. Barbara isst er regelmäßig zusammen mit weiteren Mietern, einmal die Woche bei seiner Schwester, die ganz in der Nähe wohnt.

 

Anstreicher und Hobby-Maler

 

Eugen Reutlinger hat in Oberschwaben viele Spuren hinterlassen. Mit Witz und Dankbarkeit erzählt der junggebliebene Senior von seinem Berufsleben und den vielen persönlichen Kontakten. Außer für Anstriche war die Firma, in der er als Maler arbeitete, auch für Restaurierungen von Bildern und Statuen gefragt. "Ich bin in Klausen von Klosterschwestern gekommen, wo sonst niemand hinkommt." In ganz Oberschwaben arbeitete er in Kirchen und Klöstern ebenso wie in Privathäusern. Auch etliche Schriftzüge von Ravensburger Gaststätten stammen aus seiner Hand. Manche Geschichten von Kunden gehen ihm immer noch so nahe, dass seine Augen feucht werden. Er sei halt Romantiker. Die kreative Seite seines Malerberufs wurde ihm längst zum Hobby. Filigrane Arbeiten waren schon immer sein Ding. Wie zum Beweis schreibt er geschmeidig mit der Füllfeder den geschwungenen Schriftzug einer Zeitschrift ab. An den Wänden seiner Wohnung hängen etliche Bilder. In der Kapelle hat er vier Fensterbilder mit christlichen Motiven geschaffen, im Treppenhaus leuchten Riesenedelweiße durch ein Fenster von der gegenüberliegenden Schachtwand. Wer aus dem Aufzug im Untergeschoss aussteigt, wo Eugen Reutlinger einen Raum als Atelier nutzen kann, wird von leuchtenden Mohnblumen empfangen. Manchmal stellt er seine Bilder sogar aus. "Ich habe nie Langeweile", sagt Eugen Reutlinger.

 

Glücklich mit Stammtisch und Yoga

 

Regelmäßig trifft er sich mit anderen Mietern. "Es gibt im Monat 20 Veranstaltungen für uns", freut er sich, während er auf das vor ihm liegende Monatsprogramm klopft: vom Singen über den Stammtisch bis hin zu Yoga. Er nimmt an allen Angeboten gerne teil. Diese Offenheit und seine aktive Haltung erklären vielleicht auch seine geistige und körperliche Beweglichkeit. "Ich bin hier wirklich glücklich", resümiert Eugen Reutlinger. "Hier ist es 'heimelig'", wie man im Schwäbischen sage. "Es fehlt mir an nichts, und das Umfeld stimmt." Ein durch und durch positiver Mensch.

Rita Bauer ermöglicht ihren Mietern gesellschaftliche Teilhabe

Frau Bauer, wie sind Sie auf die Idee gekommen, an Menschen mit Behinderungen zu vermieten?

 

Wenn Sie es genau wissen wollen: Beim Gemüsekaufen! Ich war eher zufällig im Liebenauer Landleben und war beeindruckt von den jungen Männern, die dort arbeiten. Und weil ich gerade einige freie Wohnungen hatte, kam ich auf die Idee, sie der Stiftung Liebenau anzubieten. Damit möchte ich auch ein Stück weit zurückgeben, was ich in meinem Leben Gutes erfahren habe. Man sagt ja nicht umsonst: "Eigentum verpflichtet". Ich freue mich, wenn ich meinen Mietern die Teilhabe an der Gesellschaft auf diese Weise erleichtern kann.

 

Die Wohnungen werden von der Stiftung angemietet?

 

Das ist richtig. Inzwischen wohnen in neun Wohnungen Menschen, die von der Stiftung betreut werden, einzelne und auch junge Paare. Für mich ist das eine angenehme Situation. Ich weiß, die Mieter wissen es sehr zu schätzen, dass sie eine Wohnung haben, die Miete kommt pünktlich, die Betreuung über die Ambulanten Dienste funktioniert gut. Wenn ich daran denke, welche Probleme mir andere Mieter schon gemacht haben...

 

 Also haben alle Beteiligten gewonnen?

 

Ja. Was mich besonders freut: Die Hausgemeinschaft hat sehr profitiert. Die neuen Bewohner sind offen und freundlich auf die älteren Mietparteien zugegangen. Die wiederum kümmern sich, wenn nötig, um ihre neuen Nachbarn. So haben sie eine neue Aufgabe, bekommen Kontakt und Bestätigung und sind auch zufrieden. Das wirkt sich übrigens auch aus auf zwei syrische Flüchtlinge, die auf Wunsch der Gemeinde eingezogen sind. Auch sie sind gut in die Gemeinschaft integriert. So gelingt Inklusion und Integration!

„Was macht ihr denn mit eurer Wohnung, ihr habt ja keine Kinder?“ Ursula Volk erinnert sich noch gut an die Fragen aus dem Freundeskreis. Natürlich hatten Sie und ihr Mann längst darüber nachgedacht, was mal aus alldem wird, wofür sie ein Leben lang gearbeitet hatten. „Für die Kinder der Verwandtschaft brauchen wir nicht zu sorgen“, war man sich einig. Das Ehepaar informiert sich – natürlich über das Internet. Ein Verkauf ihrer Wohnung kam damals aber nicht in Frage, schließlich fühlen sie sich in ihrem gewohnten Umfeld sehr wohl. Auch Modelle wie die Leibrente machen sie etwas misstrauisch. „Wir sind dann auf die Stiftung Liebenau gestoßen und das Angebot der Zustifterrente schien uns gleich sympathisch“, sagt Karl Volk.

 

Soziales Handeln hat überzeugt

 

Noch zu Lebzeiten von dem Immobilienwert zu profitieren und gleichzeitig ein lebenslanges Wohnrecht zugesichert zu bekommen, das macht die Volks neugierig. „Meine Frau und ich waren uns schnell einig und haben bei der Stiftung angerufen“, erzählt Karl Volk.  Es kommt zu einem Treffen mit Christoph Sedlmeier, dem Verantwortlichen der Zustifterrente. „Wir hatten gleich ein Vertrauensverhältnis, anders als wenn ein Makler vor uns gesessen hätte. Da ist die Distanz größer.“ Sedlmeier erläutert nicht nur Details des Vertrages, er begutachtet auch die Wohnung und lädt die Volks in die Stiftung Liebenau ein. Von den Einrichtungen und dem sozialen Handeln sind beide beeindruckt. Wenig später unterschreiben die Volks den Kaufvertrag. „Seitdem erhalten wir völlig unkompliziert unsere monatliche Rentenzahlung von der Stiftung und haben gleichzeitig ein gutes Gefühl, dass ein Teil des Wohnungswertes einem guten Zweck dient“, sagen die Volks.

 

Unterstützung, wenn sich die Situation ändert

 

Dass die beiden jetzt – streng genommen – nicht mehr in den eigenen vier Wänden wohnen, belastet sie nicht. Außerdem zählen Sie auf die Hilfe der Stiftung, wenn sich ihre Situation doch mal verschlechtern sollte. „Wir haben jederzeit die Möglichkeit, in ein betreutes Wohnen zu ziehen. Sicher wird man uns in Liebenau darin unterstützen, das passende Angebot zu finden“, sagt Ursula Volk. Außerdem sei es ein gutes Gefühl, ihre Wohnung in den Händen einer sozialen Einrichtung zu wissen. „Wir hatten, seit wir 1967 in die Region gezogen sind, immer Glück gehabt. Warum soll man davon nicht etwas zurückgeben.“

Die Lebensräume für Jung und Alt

Ein Gespräch mit Dr. Markus Nachbaur

Mit Immobilien befasst man sich in der Stiftung Liebenau schon lange. Genau genommen beginnt die Geschichte der Stiftung Liebenau sogar mit einer Immobilie. Der Grundstein wird im Jahre 1870 mit dem Erwerb von Schloss Liebenau gelegt, seitdem hat sich einiges getan. Im Interview erläutert Dr. Markus Nachbaur, welche Rolle der Immobilienbesitz in der Stiftung spielt und wie strategisch damit verfahren wird.

 

In verschiedensten Bereichen ist die Stiftung Liebenau als Anbieter von Wohnraum aktiv. Unsere Übersicht zeigt, wie viele Wohneinheiten in den jeweiligen Wohnformen angeboten werden. Die Wohnungen sind nicht allesamt im Eigentum der Stiftung Liebenau, teils werden sie im Rahmen verschiedener Konzepte von ihr verwaltet.

Wohnen im Quartier

Kooperativ für bezahlbaren Wohnraum

Wohnraummangel. Ein Phänomen, das bislang aus Großstädten und Ballungsräumen bekannt ist, hält zunehmend Einzug in den ländlichen Raum. Als Arbeitgeber hat die Stiftung Liebenau natürlich ein Interesse daran, dass ausreichend bezahlbarer Wohnraum für ihre Mitarbeiter vorhanden ist. Aber auch die von uns Betreuten, alte Menschen, Pflegebedürftige, Menschen mit Behinderungen, möchten zunehmend in „normalen“ Wohnformen leben.

In guter Lage einen Neubau zu bezahlbaren Mietpreisen beziehen? Für viele Wohnungssuchende derzeit leider nur ein Wunschtraum. Der wird jedoch derzeit in Tettnang ganz real. Hier entsteht mit dem St. Anna-Quartier ein generationsübergreifendes Wohnquartier, das Menschen zusammenführen soll. Möglich macht dies eine Kooperation lokaler Akteure, die von der Stiftung Liebenau initiiert wurde.

Mehrere Akteure, darunter auch die Stiftung Liebenau, haben sich hier zusammengeschlossen, um rund um die Kapelle St. Anna inklusives, generationenübergreifendes Wohnen zu bezahlbaren Preisen zu ermöglichen.
So könnte das Quartier St. Anna einmal aussehen. Schon vor dem ersten Spatenstich wurde das Projekt bereits vom Land Baden-Württemberg im Rahmen des Wettbewerbs „Quartier 2020“ als innovatives Konzept ausgezeichnet.
Insgesamt 7734 Quadratmeter Wohnfläche, 96 Tiefgaragenstellplätze und 36 oberirdische Stellplätze entstehen hier. Die 6000 Quadratmeter umfassende Außenanlage verfügt auch über einen Quartierstreff, den "Pavillon", der von der Stiftung Liebenau finanziell unterstützt wird.
130 genossenschaftliche Mietwohnungen mit 1,5 bis vier Zimmern, von denen 50 Prozent unterhalb des Mietpreisspiegels liegen sollen. Die Verantwortlichen rechnen mit einem Investitionsvolumen von insgesamt rund 21 Millionen Euro.

Weiterführende Informationen

St. Anna Quartier in Tettnang „Leben und Wohnen in Vielfalt“ erhält Preis der Evangelischen Akademie:

 

Preis der Evangelischen Akademie

 

Schon vor der Grundsteinlegung wurde das St. Anna-Quartier prämiert. Weitere Informationen dazu erhalten Sie hier:

 

Preisgekrönt: St. Anna-Quartier in Tettnang

 

Sie interessieren sich für eine Wohnung im St. Anna-Quartier? Auf der Webseite der Bauträger besteht die Möglichkeit, sich als Interessent vermerken zu lassen:

 

Bauherrengemeinschaft Genossenschaftliches Wohnen

 

Wir engagieren uns im "Bündnis für Bezahlbaren Wohnraum der Städte Ravensburg und Weingarten". Hintergründe und weiterführende Infos dazu erhalten sie unter folgenden Links:

 

Kooperation für bezahlbaren Wohnraum

 

Die Kooperation der Stiftung Liebenau und der Baugenossenschaft Familienheim verbindet beide Unternehmen bereits seit zehn Jahren. Die Geschichte dazu gibt es in diesem Videoclip.

Lachen dringend empfohlen

Eine besondere Wohnform sind die Lebensräume für Jung und Alt. Sie stellen eine lebendige generationsübergreifende Wohnform für Seniorinnen und Senioren, für Alleinstehende, Paare, Alleinerziehende oder junge Familien dar. Ein Gewinn an Lebensqualität für alle. Niemand muss einsam sein, kann aber in seinen eigenen barrierefreien vier Wänden selbstbestimmt leben und seine Privatsphäre bewahren. Junge Familien profitieren von der Erfahrung und der Zeit der Seniorinnen und Senioren. Für ältere Menschen bieten der Austausch und die Integration die Chance, eine mögliche Pflegebedürftigkeit bis ins hohe Alter aufzuschieben.

Für den Jahresbericht 2016 entstand in den Lebensräumen Wittenhofen ein Gruppenbild mit Bewohnern und Beschäftigten. Wir haben die Protagonisten ein Jahr danach besucht und mit ihnen gesprochen. Was sie über die Lebensräume sagen, erfahren Sie in unserer Fotostrecke:

 

Weiterführende Informationen

Die Lebensräume für Jung und Alt

Links

Unsere Angebote im Bereich Lebensräume an 29 Standorten in Baden-Württemberg, Bayern und Rheinland-Pfalz.

Leben im Heimgebundenen Wohnen

Durch und durch glücklich

Wenn es Menschen gibt, die eine durch und durch positive Ausstrahlung besitzen, dann ist Eugen Reutlinger einer von ihnen: Offen empfängt der 85-Jährige den fremden Gast an seiner Wohnungstür, lädt ihn herzlich ein, einzutreten, führt ihn in sein Wohnzimmer. Der Blick geht ins Grüne. Draußen toben Kindergartenkinder auf dem Spielplatz. Seit vier Jahren lebt er im Haus Judith in Weingarten. Offiziell bewohnt er eine Heimgebundene Wohnung. Er nennt sie sein Reich.

Weiterführende Informationen

Die Stiftung Liebenau bietet an über 20 Standorten in Deutschland und Österreich Heimgebundene Wohnungen. Sie sind die ideale Wohnform für ältere Menschen, die ihre Eigenständigkeit im Alter schätzen. Die Wohnungen befinden sich in einem Haus der Pflege oder in unmittelbarer Nähe einer Wohn- und Pflegegemeinschaft. Mieter können die Serviceleistungen vor Ort nutzen und an Aktivitäten im Pflegebereich teilnehmen.

 

In Abhängigkeit vom Standort haben die barrierefreien Wohnungen zwischen 1,5 und drei Zimmer und eine Größe von 29 und bis zu 100 Quadratmeter. Alle Wohnungen sind hell und auf die Bedürfnisse älterer Menschen zugeschnitten. Jede Wohnung ist mit einer Küche oder Küchenzeile ausgestattet. Das bodenebene Bad macht auch die Pflege in den eigenen vier Wänden möglich. Sicherheit geben unter anderem der Notruf in der eigenen Wohnung sowie der Rundgang einer Fachkraft des Pflegebereichs jeden Morgen. Werden hauswirtschaftliche und pflegerische Hilfen nötig, sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des jeweiligen Hauses bei der Organisation behilflich.

 

Alle Standorte und Angebote im Heimgebundenen Wohnen >

Vermieten an Menschen mit Teilhabebedarf

„Die Hausgemeinschaft hat sehr profitiert“

Der Traum von der ersten eigenen Wohnung: Für manche bleibt er nur ein Traum. Vor allem Menschen mit Behinderungen haben es schwer, eine eigene Wohnung zu finden, suchen doch die meisten Vermieter in erster Linie gut situierte Mieter mit höherem Einkommen. Dass es auch Ausnahmen gibt, bestätigt Rita Bauer. Sie vermietet schon seit einigen Jahren Wohnungen an Menschen mit Unterstützungsbedarf, die von der Stiftung Liebenau betreut werden. Ihre Erfahrung: Es lohnt sich für alle Beteiligten.

Zustifterrente

„Wir hatten gleich ein Vertrauensverhältnis“

Betritt man die Dachterrasse von Karl und Ursula Volk, ahnt man gleich, warum das Rentnerpaar seinen Lebensabend in den eigenen vier Wänden verbringen möchte. Ein Hochbeet mit sorgsam gestutzten Bäumchen säumt eine Fläche, auf der man problemlos eine Großfamilie bewirten könnte. Kinder haben die Volks jedoch nicht, es gibt lediglich Verwandtschaft in Hessen. 34 Jahre leben die Beiden in der Eigentumswohnung in Friedrichshafen. Mit einer kleinen Einschränkung, denn seit zwei Jahren sind sie nicht mehr Eigentümer der Wohnung.

Weiterführende Informationen

Alles Wissenswerte rund um die Zustifterrente erfahren Sie hier.

 

Wie die Zustifterrente von unabhängigen Experten beurteilt wird, erfahren Sie hier.