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Pflege – Berufsbild im Wandel

WANGEN – „Kaum fünf Jahre, in denen sich in der Altenpflegeausbildung nicht etwas geändert hat,“ so beschreibt Thomas Ebel vom Institut für Soziale Berufe (IfSB) den immerwährenden Wandel. Ebel ist Schulleiter im Fachbereich Pflege in Wangen, den es seit 1991 am IfSB in der Allgäustadt gibt. Eine Rückschau und ein Ausblick des Diplom-Pädagogen, der von Anfang an in dem Fachbereich wirkte.

Bei den Ausbildungen von Pflegekräften gab es in der Vergangenheit viele Anpassungen.

Bei den Ausbildungen von Pflegekräften gab es in der Vergangenheit viele Anpassungen.

Alt: Länderspezifische Ausbildung

Bis Anfang der 2000er Jahre war die Ausbildung noch länderspezifisch geregelt. „Baden-Württemberg hatte mit 1900 Stunden Theorie und 2500 Stunden Praxis einen vergleichsweise hohen Standard,“ erinnert sich Ebel. Andere Bundesländer boten oft lediglich eine zweijährige Altenpflege-Ausbildung. Der Schwerpunkt des sozialpflegerischen Berufsbildes lag damals stark auf der Aktivierung der Bewohnerinnen und Bewohner, die im Schnitt 12 bis 15 Monate im Altenheim lebten.

 

Praktika in Sozialstationen oder der Gerontopsychiatrie waren dann ab 1991 eine Neuerung in der Ausbildung. Der inhaltliche Anspruch an die Ausbildung verschob sich auf Grund der demografischen Entwicklung und durch die Einführung der Pflegeversicherung im Jahr 1995. „Die Auszubildenden brauchten mehr medizinisches Wissen,“ so Ebel. Ein Krankenhauspraktikum fand daher Eingang in die Ausbildung.

 

Ab 2003: Vereinheitlichung auf Bundesebene

Ein Meilenstein war im Jahr 2003 die Vereinheitlichung der Ausbildung auf Bundesebene: Die jetzt für alle dreijährige Ausbildung beinhaltete 2100 Stunden Theorie und 2500 Stunden Praxis. Für die baden-württembergischen Schulen bedeutete dies bei dem ohnehin schon hohen Standard eine nur geringfügige Umstellung, meint Ebel nicht ohne Stolz. Immer wieder entwickelte das IfSB spezielle und neue Kursformate, um Menschen in unterschiedlichsten Lebenssituationen für den Altenpflegeberuf gewinnen zu können.

 

Von 2014 bis 2016 gab es Kurse, in denen Frauen mit vier Jahren Vorerfahrung eine auf zwei Jahre verkürzte Ausbildung zur Altenpflegerin machen konnten. Als 2015 viele Geflüchtete ins Land kamen, hat Baden-Württemberg schnell mit der sogenannten gestreckten Altenpflegehelfer-Ausbildung reagiert: Einem Jahr Deutsch mit B1-Abschluss folgte im zweiten Jahr die Fachausbildung. Das IfSB startete unmittelbar mit diesem Angebot, das 15 Schülerinnen und Schüler aus acht Nationen abschlossen. Dafür erhielt das IfSB 2018 den Bundes-Caritas-Preis für innovative Ausbildungen.

 

Seit 2020/2021: Generalistische Pflegeausbildung

„Fast schon historisch“ nennt Ebel das Ende der Altenpflegeausbildung mit der Einführung der generalistischen Ausbildung. Seit dem Schuljahr 2020/2021 machen Auszubildende der Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege eine gemeinsame Ausbildung, weil sich viele Wissensanforderungen überschneiden. Der Ausbildungsvertrag wird jeweils mit einer Trägereinrichtung der Altenpflege, einem Krankenhaus oder ambulantem Dienst abgeschlossen. Neu sind unter anderem die verpflichtend geregelten praktischen Ausbildungszeiten in den jeweils anderen pflegerischen Bereichen. Mit dem aktuellen Schuljahr endet der erste generalistische Kurs. Die „Pioniere“ sowie die nachfolgenden Jahrgänge haben viele berufliche Wahlmöglichkeiten. Und das sogar international, da die Ausbildung EU-weit anerkannt wird.

 

Für Thomas Ebel selbst steht ebenfalls eine Veränderung an. Nach 32 Jahren am IfSB Wangen verabschiedet er sich im Herbst 2023 in seinen Ruhestand. „Die ‚viele Arbeit‘ hat große Freude gemacht. Und: Sie hat sich gelohnt“, so sein Resümee.

 

Infos zur Pflegeausbildung in der Stiftung Liebenau finden Sie hier.

 

 

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