Für viele der Absolventinnen und Absolventen war der Weg ins Berufsleben ohne die individuelle Unterstützung durch das BBW nicht ohne weiteres möglich gewesen. Mit dem Abschluss stehen sie als ausgebildete Fachkräfte in Berufen zur Verfügung, in denen Betriebe der Region dringend Nachwuchs suchen.
Abschluss im Rucksack
BBW-Geschäftsführer Christian Braun kam überraschend mit Rucksack zu den Abschiedsfeiern. Das hatte einen Grund: In seinen Grußworten ging er auf den persönlichen Rucksack jeder und jedes Einzelnen ein. Zu Beginn der Ausbildung steckte darin so manches, das schwer wog – Unsicherheiten, offene Fragen, auch Ängste. Manches davon durfte im Laufe der Ausbildung losgelassen werden, vieles Neues kam hinzu: Wissen, Freundschaften, Selbstvertrauen. Und ein Stück bleibt für immer: der Berufsabschluss.
57 Absolventinnen und Absolventen feierten im RAZ Ulm
Den Auftakt der Feierlichkeiten machte das RAZ Ulm, wo 57 Teilnehmende vor rund 200 Gästen verabschiedet wurden: 23 schlossen eine Berufsausbildung ab, 29 eine BvB, und fünf Teilnehmende der Kooperativen beruflichen Bildung (KoBV) sicherten sich einen Arbeitsplatz auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. RAZ-Leiter Johannes Hettrich würdigte die Leistung des Jahrgangs: „Erfolg entsteht, wenn Menschen an sich glauben, Verantwortung übernehmen und Schritt für Schritt ihre Fähigkeiten weiterentwickeln." Schulleiter Gernot Schlecht verglich den Moment mit einer „ganz persönlichen Fußballweltmeisterschaft, deren Ziel erreicht wurde". Stellvertretend für den Abschlussjahrgang sprach Elmiranda Berisha: „Heute halten wir unser Abschlusszeugnis in den Händen. Darauf dürfen wir stolz sein. Gleichzeitig wissen wir, dass dies kein Ende ist, sondern ein neuer Anfang."
BBW in Ravensburg verabschiedet 107 neue Fachkräfte aus der Ausbildung
Zwei Tage später verabschiedete das BBW in Ravensburg in zwei Gruppen 107 Absolventinnen und Absolventen. In der von Monika Kordula, Abteilungsleiterin Ausbildung & Qualifizierung, moderierten Feier sagte Geschäftsführer Christian Braun mit dem Rucksack in der Hand: „Ihr Berufsabschluss bleibt ein Leben lang in Ihrem Rucksack." Den Rede-Auftakt machte Anke Traber, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Konstanz-Ravensburg: „Machen Sie jeden Tag etwas, wovor Sie Angst haben", so Traber, und weiter: „Fühlen Sie sich nicht schuldig, wenn Sie heute noch nicht genau wissen, was Sie aus Ihrem Leben machen wollen." Schulleiter Klaus Hagmann gab den Absolventinnen und Absolventen ein Zitat von Nelson Mandela mit auf den Weg: „Ich verliere nie. Entweder ich gewinne oder ich lerne." Bildungsbegleiter Oliver Schweizer machte deutlich, dass die Verbindung zum BBW mit dem Abschluss nicht endet: „Wir sind immer für euch da." Teilnehmendenvertreter Niklas Noack fasste aus Sicht der Absolventinnen und Absolventen zusammen: „Aus manchem ‚Wie heißt du eigentlich?' wurde recht schnell eine richtig gute Freundschaft." Co-moderiert wurde die Feier von Nicola Markiewiez, Auszubildender im ersten Ausbildungsjahr im Bereich Fahrzeugtechnik.
Rund 150 Teilnehmende aus der Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme verabschiedet
Den Abschluss der Feierserie gestalteten die rund 150 Teilnehmenden der Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme (BvB), einer einjährigen Berufsorientierung. Neun von ihnen erwarben während der BvB ihren Hauptschulabschluss. Sie beschrieben die BvB-Zeit kurz als „hilfreich", „informativ", „manchmal verrückt" – und vor allem als „besser, als ich gedacht habe", was BvB-Leiter Ludwig Speidler humorvoll als schwäbisches Lob verstand. Er dankte allen Mitwirkenden für ein aktionsreiches Jahr, das unter anderem einen Hüttenaufenthalt, eine Exkursion zu einer Picasso-Ausstellung und den Bau einer zehn Meter langen Drachenskulptur für den Ravensburger Lichterfest-Umzug beinhaltete.
Ein Rucksack voller Möglichkeiten
Ob in Ulm oder Ravensburg, ob nach einer Berufsausbildung oder einer Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme: Alle Absolventinnen und Absolventen des Jahrgangs 2026 verlassen das Berufsbildungswerk mit einem Meilenstein im Gepäck, neuen Kompetenzen und einem Netzwerk, das sie auch über die Ausbildungszeit hinaus begleitet. Für die Region bedeutet das über 300 qualifizierte Nachwuchskräfte mehr. Das gesamte Team des Berufsbildungswerks der Stiftung Liebenau gratuliert allen Absolventinnen und Absolventen herzlich und wünscht ihnen einen gut gefüllten Rucksack für die nächsten Kapitel ihres Lebens.







