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„Das Haus ist Teil der Stadt“

BAD WURZACH – Wenn der Spruch „Was lange währt, wird endlich gut“ im wahrsten Wortsinn irgendwo gilt, dann hier: für das gemeindeintegrierte Wohnhaus in Bad Wurzach. Unvorhergesehene Schwierigkeiten bei der Bausanierung machten eine Rückkehr in das zentrumsnahe Haus der Stiftung Liebenau erst im März dieses Jahres möglich. Bewohnerinnen und Bewohner, Mitarbeitende und Angehörige feierten gebührend beim Sommerfest im Garten vom Haus St. Hedwig ihre Heimkehr.

Endlich wieder zu Hause: Der Wiedereinzug ins Haus St. Hedwig wurde gebührend mit der Blaskapelle Treherz, gutem Essen und Trinken gefeiert.

Im großzügigen Garten haben auch die Kinder das Fest sehr genossen.

Einrichtungsleiter Frederik Weiss (links) und Bereichsleiter Christian Kiebler (rechts) zeigten Bürgermeisterin Alexandra Scherer das generalsanierte Haus. 

Das Haus St. Hedwig der Stiftung Liebenau wurde im Jahr 1995 bezogen. Die vergangenen drei Jahre wurde es generalsaniert und bietet 34 Bewohnerinnen und Bewohnern ein helles, einladendes und familiäres Zuhause. Das Stadtzentrum ist fußläufig erreichbar. 

Wieder zu Hause
Die letzten Töne eines Blasmusikstücks sind zu hören und von weit her ein angeregtes Stimmengewirr. Wer zu Fuß zum Haus gelangt, streift die idyllische Wurzacher Ach. Im großzügigen Garten angekommen, fanden sich am vergangenen Sonntag viele Menschen, die Musik, Begegnungen, Essen und Trinken und das schöne Wetter sichtlich genossen: Es war Sommerfest im Haus St. Hedwig, wo nicht nur der Sommer, sondern auch die Rückkehr nach Bad Wurzach gefeiert wurde. 

 

Wohlfühl-Charakter
Auch Bürgermeisterin Alexandra Scherer ist der Einladung zum Fest gefolgt: „Ich bin froh, dass Sie wieder hier sind“, meinte sie in ihrer sehr persönlichen Ansprache an die Bewohner- und Mitarbeiterschaft. „Das Haus ist Teil der Stadt. Sie haben uns gefehlt.“ Der Erstbezug des Hauses war 1995. Beim Rundgang durch die Räumlichkeiten war sie davon angetan, wie schön sie geworden sind. „Man sieht, dass es der Stiftung Liebenau wichtig ist, dass sich die Menschen hier wohlfühlen,“ so das Stadtoberhaupt bezogen auf die hochwertige und stilvolle Einrichtung. 

 

Persönlichen Wunsch erfüllt
Bewohnerinnen und Bewohner konnten bei der Einrichtung ihres eigenen Zimmers jeweils auch einen ganz persönlichen Wunsch äußern, der erfüllt wurde: So leuchtet beispielsweise in einem Zimmer ein gelber Ohrensessel, in einem anderen steht ein stilvoller Schminktisch mit großem Spiegel. Beim Einzug haben auf die Frauen und Männer schon die komplett eingerichteten Zimmer gewartet. In den fünf Wohngemeinschaften, für je vier bis acht Personen und in den vier Appartements, können 35 Menschen leben. In den großen Wohngemeinschaften für acht Personen, gibt es, zum Beispiel neben Gemeinschafts- und privaten Räumen, drei barrierefreie Bäder. Im Haus ist auch ein spezielles Pflegebad. Die Einzel-Appartements im Obergeschoss sind geräumig, ebenfalls hell und mit Balkon ausgestattet. Die Sanierung hat das Architekturbüro Gegenbauer in Leutkirch verantwortet.

 

Gemeinsamer Kraftakt
Die Verantwortlichen vergaßen nicht zu betonen, welchen Kraftakt alle miteinander in den letzten drei Jahren gemeistert haben. Bereichsleiter Christian Kiebler gab einen kurzen Rückblick. Der Umzug nach Neutann erfolgte im Jahr 2019 und war eine gute Lösung als Übergang. „Doch wir hätten nicht gedacht, dass wir erst 2022 zurückkehren“, meinte er. 

 

Dank an alle Beteiligten
Unvorhergesehene Baumängel, die Corona-Pandemie und im Sommer 2021 auch noch Hochwasser im Haus: viele Gründe, die die Bauarbeiten deutlich verzögerten. In der langen Übergangsphase bewiesen aber alle Beteiligten sowohl Durchhaltevermögen als auch Geduld. Frederik Weiss dankte seinem Team aus Betreuerinnen und Betreuern, Hauswirtschaft und Reinigungskräften, bis hin zum Hausmeister. „Die Identifikation der Mitarbeitenden mit dem Haus ist einmalig“, sagte der Einrichtungsleiter. Auch den Angehörigen und Betreuern galt sein Dank, die dem fachlichen Team mit ihrer konstruktiven Zusammenarbeit immer wieder den Rücken stärkten. Und nicht zuletzt, dankte er den Bewohnern, die viele Entbehrungen in Kauf nehmen mussten: „Es freut mich besonders, dass Sie zurück in Ihrer Heimat sind - in Bad Wurzach.“ 

Das Haus St. Hedwig liegt unweit von der Innenstadt in Bad Wurzach. Die Bewohnerinnen und Bewohner sind zwischen 34 und 85 Jahre alt. Hier können sie wieder selbstständig auf den Wochenmarkt, in die Geschäfte oder ins Café gehen. Ein Teil von ihnen geht tagsüber einer Arbeit in einer der umliegenden Werkstätten für Menschen mit Behinderungen nach. Für Seniorinnen und Senioren stehen im Haus zehn Plätze in der Tagesstruktur zur Verfügung. Die gemeinsame Zeit wird mit kreativen Aktivitäten, Musizieren oder Basteln gestaltet. Das Angebot ist auch für Menschen mit Behinderungen aus Bad Wurzach offen, die nicht im Haus wohnen. Außerdem gibt es die Möglichkeit zur Förderung und Betreuung von jüngeren Menschen, die nicht in einer Werkstatt arbeiten können. 

 

 

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