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St. Sebastian in Deggenhausertal führt komplementäre Pflege ein

DEGGENHAUSERTAL – Feine Düfte und ätherische Öle, Wickel und Auflagen, Handmassagen und klingende Fußbäder gehören zum Alltag im Haus der Pflege St. Sebastian in Deggenhausertal (Bodenseekreis). In dieser Einrichtung der Stiftung Liebenau ist die komplementäre Pflege in den vergangenen Monaten Schritt für Schritt eingeführt worden und inzwischen fest verankert. Die Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses lieben die wohltuende Wirkung und die menschliche Zuwendung, die damit verbunden sind.

Mit sanften Bewegungen massiert die Pflegefachkraft Heike Kreidel (vorne) die Hand einer Heimbewohnerin, während sich Einrichtungsleiterin Yvonne Denzel (stehend) mit ihr unterhält.

Mit sanften Bewegungen massiert die Pflegefachkraft Heike Kreidel (vorne) die Hand einer Heimbewohnerin, während sich Einrichtungsleiterin Yvonne Denzel (stehend) mit ihr unterhält.

Zur komplementären Pflege gehören nicht nur Öle und Auflagen, sondern auch Klanginstrumente, die Heikel Kreidel (links) und Yvonne Denzel hier präsentieren.

Zur komplementären Pflege gehören nicht nur Öle und Auflagen, sondern auch Klanginstrumente, die Heikel Kreidel (links) und Yvonne Denzel hier präsentieren.

Vor dem Eingang von St. Sebastian steht eine Tonne, in die Gäste ihre Pfandflaschen werfen und so zur Finanzierung der komplementären Pflege beitragen können.

Vor dem Eingang von St. Sebastian steht eine Tonne, in die Gäste ihre Pfandflaschen werfen und so zur Finanzierung der komplementären Pflege beitragen können.

Den ganzen Menschen im Blick

Anna F. (Name geändert) freut sich auf ihre Handmassage. Entspannt sitzt sie im Sessel, legt ihre Hand auf ein Kissen und lässt sich vom Duft eines Pflegeöls umhüllen, das die Altenpflegerin Heike Kreidel zur Massage verwendet. Anna F. ist ganz bei sich, sie genießt die sanfte Berührung und die innige Atmosphäre. Was sie gerade erlebt, ist ein Element der Komplementärpflege, die darauf abzielt, die konventionelle und schulmedizinisch ausgerichtete Pflege zu ergänzen. „Komplementäre Pflege hat den ganzen Menschen im Blick und umfasst Körper, Geist und Seele“, erklärt Heike Kreidel, die vor kurzem eine Weiterbildung zur Fachkraft für komplementäre Pflege und Aromapraktikerin abgeschlossen hat.

 

Begeistert von der Wirkung

Von der Wirkung dieser ergänzenden Methoden sind Heike Kreidel und Einrichtungsleiterin Yvonne Denzler begeistert. Sie erlebten selbst mit, wie sich die innere Unruhe einer Heimbewohnerin dank Lavendelöl auflöste und wie sich bei einem älteren Herrn eine schlecht heilende Wunde, dank Kohlwickel, in kurzer Zeit deutlich verbesserte. Auch bei Schlafstörungen, Husten, Kopfschmerzen, Hautirritationen und in der Palliativversorgung sterbender Menschen machen sie gute Erfahrungen mit komplementären Methoden. Wer möchte, kann sogar eine „Glücksdusche“ mit wohltuenden Klängen und Körpereinreibungen bekommen – einfach so, weil’s guttut.

 

Alle Bereiche sind eingebunden

Neben den individuellen Anwendungen sind alle Bereiche des Hauses St. Sebastian, einschließlich Küche, in die Elemente der komplementären Pflege einbezogen. Jeder Monat ist einem Thema gewidmet, zum Beispiel der Zitrone. Dann gibt es dezenten Zitronenduft im Foyer, Zitronenpeeling für die Körperpflege, Zitronenwasser für den Durst und Zitronenkuchen als Leckerei. Immer wieder können die Bewohnerinnen und Bewohner selbst mitwirken, etwa beim Zubereiten von Kräuterquark. Sogar die Geburtsgeschenke passen zum Konzept: Das kann ein Kirschkernkissen, eine Duftlampe oder ein feines Öl sein. All dies regt nicht nur die Sinne an, sondern bietet auch Gesprächsstoff.

 

Team geht den Weg begeistert mit

Von Anfang an war das Team in dieses Konzept eingebunden. Bereits während ihrer Weiterbildung stellte Heike Kreidel einzelne Anwendungen im Kollegenkreis vor. So konnte die komplementäre Pflege in kleinen Schritten eingeführt werden. „Die Mitarbeitenden gehen diesen Weg begeistert mit. Die zunächst befürchtete Mehrbelastung ist ausgeblieben. Geändert hat sich aber die Denkweise“, berichtet Yvonne Denzler. Den positiven Effekt für die Mitarbeitenden beschreibt sie so: „Komplementäre Pflege macht Spaß, bringt Abwechslung und erweitert den eigenen Horizont.“ Dafür sorgen auch hausinterne Schulungen und sogar eine Klangliege, die die Mitarbeitenden für ihre eigene Entspannung nutzen dürfen. Inzwischen befindet sich eine zweite Mitarbeiterin in der Fortbildung zur Fachkraft für komplementäre Pflege, eine weitere Mitarbeiterin qualifiziert sich in Aromapflege weiter.

 

Flaschenpfand für Öle

Allerdings sind ätherische Öle, Klanginstrumente und anderes Zubehör kostenintensiv und in den Pflegesätzen nicht vorgesehen. Deshalb stehen vor dem Eingang von St. Sebastian zwei Tonnen für Pfandflaschen, die Gäste hierfür spenden können. „Dies reicht natürlich nicht, um die Kosten zu decken. Aber wir freuen uns über jeden Beitrag“, sagt Yvonne Denzler.

 

 

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