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Traumnote 1,0 für Bachelor-Arbeit

Meckenbeuren – Ein Pflegestudium, eine Teilzeitstelle bei der Stiftung Liebenau, eine Familie mit zwei Kindern und dann noch die Traumnote 1,0 für eine hochaktuelle Bachelor-Arbeit: Martina Wilhelm aus Brochenzell hat ziemlich viele Aufgaben gleichzeitig geschafft. Die fast 45-Jährige steckt weiterhin voller Tatendrang und sagt: „Ich freue mich auf eine spannende Zukunft in der Pflege.“

Lächelnde Frau mit Brille und dunkel gemustertem Kleid sitzt an einem Tisch und hält eine blaue Mappe.

Martina Wilhelm schrieb eine Bachelor-Arbeit über Hitzeschutz für ältere Pflegebedürftige und schloss diese mit der Traumnote 1,0 ab.

Idee entstand schon vor dem Hitzesommer

Ihre Bachelor-Arbeit hat Gehalt. Allein der Titel nimmt auf dem tiefblauen Einband vier Zeilen in Anspruch. Er lautet: „Pflegepraktische Maßnahmen gegen Schlafmangel infolge klimabedingter Hitzewellen bei älteren Pflegebedürftigen in der ambulanten Pflege.“ Dieses Thema gewann durch den diesjährigen Hitzesommer eine besondere Aktualität. Doch die Idee dazu war schon zuvor entstanden. Wie es dazu kam? Das ist eine spannende Geschichte, die eng mit dem beruflichen Werdegang von Martina Wilhelm verbunden ist.

 

Den Blick auf die Pflege erweitert

Martina Wilhelm ist gelernte Krankenschwester und hat früher im OP-Bereich gearbeitet. Im Jahr 2018 kam sie zur Stiftung Liebenau, zur Sozialstation St. Anna in Meckenbeuren. Die Mutter zweier Kinder schätzte von Anfang an die familienfreundlichen Arbeitszeiten, die ihr hier in der ambulanten Pflege ermöglicht wurden. Als ihre Kinder 7 und 10 Jahre alt waren, begann sie bei der Hochschule Ravensburg-Weingarten RWU den dualen Bachelor-Studiengang Pflege. Das war im Jahr 2023. „Ich wollte keine Praxisflucht begehen, sondern mein Wissen erweitern, um die Situation von Pflegebedürftigen verbessern zu können“, erklärt sie. Und tatsächlich: „Durch das Studium bekam ich einen ganz anderen Blick auf die Pflege, als ich vorher hatte. Es war eine echte Horizonterweiterung.“

 

Enger Bezug zur Praxis

Von diesem engen Praxisbezug ist auch ihre Bachelor-Arbeit getragen. Die Idee entstand im Jahr 2025, als es in der Sozialstation St. Anna Meckenbeuren ein Hitzeschutzprojekt gab. „Die Problemstellung kam also nicht von der Hochschule, sondern aus der Praxis“, betont Martina Wilhelm. Und so untersuchte sie im Rahmen ihrer Bachelor-Arbeit, welche Formen von Hitzeschutz in der praktischen Pflegearbeit angewendet werden und welche dieser Maßnahmen wissenschaftlich überprüft sind. Hierbei identifizierte sie eine Forschungslücke. Das heißt: „Vieles läuft gut, aber es wäre interessant, die Wirksamkeit der Maßnahmen wissenschaftlich zu untermauern“, erklärt sie. Das könnte zum Beispiel bei Investitionen in Hitzeschutzmaßnahmen wichtige Fakten liefern.

 

Ein Studium mit Besonderheiten

Für ihre Bachelor-Arbeit erhielt Martina Wilhelm die Note 1,0. Das Studium selbst schloss sie mit der Gesamtnote 1,2 ab. Dieses Studium war von mehreren Besonderheiten begleitet. Zum einen konnte sie das Grundstudium aufgrund ihrer langjährigen Berufserfahrung auf ein Jahr verkürzen, so dass sie ihren Abschluss schon nach sechs Semestern machen konnte. Zum anderen war sie die Zweitälteste im Hörsaal. Diesem Aspekt kann sie viel Positives abgewinnen: „Ich habe viel von den jüngeren Studierenden gelernt. Sie hinterfragen viel und haben andere Perspektiven. Deshalb war der Austausch mit ihnen eine große Bereicherung für mich“, sagt Martina Wilhelm.

 

Im Case- und Care-Management tätig

Und dann ist da noch ihr Beruf: Noch im ersten Semester bot ihr die Stiftung Liebenau eine freigewordene Teilzeitstelle im Case- und Care-Management im Service-Wohnen Meckenbeuren an. Seither koordiniert Martina Wilhelm unter anderem den Betreuungsdienst, die pflegerische Unterstützung durch die Sozialstation und die Aktivitäten im Haus. Zudem besucht sie werktags alle Bewohnerinnen und Bewohner dieser Wohnanlage und ist auch in der direkten pflegerischen Versorgung integriert.

 

Dankbar für die Möglichkeiten

Somit hatte sie während ihres Studiums drei Rollen, in denen ihr Organisationstalent gefragt war: Familie, Studium und Beruf. „Das ging nur mit dem Rückenwind meiner Vorgesetzten. Deshalb bin ich der Stiftung Liebenau und insbesondere der Pflegedienstleitung Patricia Philips von der Sozialstation St. Anna Meckenbeuren sehr dankbar, dass sie mir diesen Weg ermöglicht haben“, betont sie. Diesen Weg möchte sie auch künftig mit engem Praxisbezug fortsetzen. Als Teamleitung für das Angebot Service-Wohnen in der Region Bodensee wird sie künftig ihr Wissen an die Kolleginnen dieser drei Häuser weitergeben. Ihr Ziel beschreibt sie so: „Ich möchte meine Bachelor-Arbeit und das Gelernte aus dem Studium aktiv und lösungsorientiert für die Stiftung Liebenau und den Berufsalltag einsetzen – zugunsten der pflegebedürftigen Menschen und der Pflegekräfte. Und wer weiß: Vielleicht folgt auch noch ein Masterstudium...“

 

 

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