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Von Cybermobbing bis Katzen-Fotos

Monica Jimenez wirkt etwas genervt, als sie am PC ihre Facebook-Seite aufruft. Schon zum vierten Mal hat ein Fremder versucht, sich auf der Facebook-Seite der 27-Jährigen einzuloggen. Jetzt möchte sie sich mit einem möglichst sicheren Passwort besser vor solchen Hacker-Attacken schützen. Was dabei zu beachten ist, und welche Kriterien ein solches Passwort erfüllen muss, hat sie soeben bei Christian Schmidt gelernt. Der Medienpädagoge aus Kressbronn hat, im Rahmen eines Pilotprojektes für das Landesmedienzentrum Baden-Württemberg (LMZ), ein mehrtägiges Seminar konzipiert, mit dem er im Arbeitsintegrationsprojekt (AIP) in Wangen-Schauwies zu Gast war. Hier bietet die Stiftung Liebenau Arbeitsplätze und Beschäftigungsmöglichkeiten für mehr als 80 Menschen mit Behinderungen.

Handy und Internet waren Themen beim mehrtägigen Seminar am AIP in Wangen.

Zeit für viele Informationen: Medienpädagoge Christian Schmidt erklärt die Google-Suchmaschine.

Smartphone und Internet – ein großes Thema 
„Fast jeder unserer Beschäftigten nutzt inzwischen ein Smartphone, immer mehr haben daheim auch ihren eigenen PC. Das wirft natürlich eine Menge Fragen auf, die meist bei unseren Gruppenleitern landen“, sagt Simone Denes vom Fachdienst des Bereichs Arbeit und Bildung der Liebenauer Arbeitswelten. Das Thema „Handy und Internet“ hatte sie schon länger auf ihrer Agenda im Rahmen der arbeitsbegleitenden Weiterbildung. Zunächst wollte sie es aber selbst in die Hand nehmen. Im Rahmen einer ersten Recherche stieß sie jedoch auf Christian Schmidt, der der richtige Mann für ihr Anliegen zu sein schien. „Er bat mich, mit dem Landesmedienzentrum Kontakt aufzunehmen, für das er bereits ähnliche Seminare an Schulen oder in Pflegeheimen durchgeführt hatte. Eine Anfrage für ein Seminar, speziell auf Menschen mit Beeinträchtigungen zugeschnitten, habe man dort aber noch nie erhalten“, sagt Simone Denes. Dennoch lief sie im LMZ gleich offene Türen ein und kurzerhand wurde ein Pilotprojekt ins Leben gerufen, das sogar komplett aus Landesmitteln finanziert wurde. 

Von Cybermobbing bis Katzen-Fotos
„Wir haben mit ganz rudimentären Dingen angefangen: Wie funktioniert das Internet? Was passiert eigentlich beim Surfen? Wie nutze ich eine Suchmaschine am effektivsten?“, erläuterte Schmidt. Für ihn war das Seminar im AIP in Wangen ebenfalls eine Premiere, denn vor Menschen mit Beeinträchtigungen hat er bisher noch nicht referiert. Die gemeinsame Vorbereitung mit Simone Denes machte ihm den Einstieg aber recht einfach. „Sie sagte mir, an welchem Lernniveau ich mich orientieren könne und welche Voraussetzungen und Kenntnisse unsere Teilnehmer bereits mitbringen. Die Inhalte haben wir schließlich gemeinsam abgestimmt“, so Schmidt. 

Persönliche digitale Erlebnisse
Neben technischem Know-how stellte sich dann folgende Frage: Wie geht man am besten mit Cybermobbing und unseriöser Werbung in Apps um? Probleme, zu denen jeder der Teilnehmer ein persönliches Erlebnis einbringen konnte. Nach so ernstem Stoff durfte es zum Schluss dann wieder vergnüglich werden, und auch hier zeigte sich die geballte Normalität der Seminarteilnehmer im AIP: Laut einer Studie des Massachusetts Institute of Technology (MIT) aus dem Jahr 2011, besteht das Internet zu 15 Prozent aus Katzen-Content, und daran haben auch Monica Jimenez und ihre Kolleginnen und Kollegen ihren Anteil. So wurden nach der Veranstaltung im gemeinsamen Whatsapp-Chat der Gruppe erstmal ein paar Katzen-Bilder ausgetauscht.

 

 

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