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Haltung zeigen und leben

Haltung entsteht nicht über Nacht. Sie wächst aus Erfahrungen, Überzeugungen und der Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Für uns ist sie Kompass und Antrieb zugleich: Sie prägt, wie wir Menschen begegnen, wie wir unsere Angebote entwickeln und wie wir Entscheidungen treffen. Dabei bleiben wir offen für neue Perspektiven, Ideen und Wege – denn eine starke Haltung bedeutet auch, sich weiterzuentwickeln.

Die Beiträge in diesem Themendossier zeigen ganz konkret, wie wir Haltung im Alltag umsetzen.

Wie entsteht Haltung? - Vom Balanceakt zur eigenen Position

Aufrufe zum Haltung-Zeigen gibt es seit jeher und überall, oft mit einem moralisierenden Unterton oder einem schalen Beigeschmack. Nach dem Motto: „Werden schon alle wissen, was mit Haltung – und vor allem: welche Haltung gemeint ist!” Selten wird explizit danach gefragt, was denn nun eigentlich genau unter einer Haltung zu verstehen sei. Was also soll das überhaupt sein – eine Haltung? Und wie entsteht sie? Wie kann ich selbst eine eigene Haltung ausbilden? Das ist gar nicht so leicht zu beantworten.

Grenzen brauchen Worte - St. Lukas-Klinik etabliert „Bündner Standard”

Wie in vielen Einrichtungen der sozialen Arbeit, kommt es auch in der St. Lukas-Klinik immer mal wieder zu Grenzverletzungen. Seit vielen Jahren ist der professionelle Umgang damit in der St. Lukas-Klinik eingeübt und Bestandteil von Fort- und Weiterbildungen. Ausgehend von einem Fachtag in der St. Lukas-Klinik kommt seit kurzem ein Konzept hinzu, das den Umgang mit Grenzverletzungen auf ein neues Level hebt: der „Bündner Standard”. Barbara Iacone und Michael Och aus dem Bereich Kinder- und Jugendpsychiatrie (KJP) arbeiten bereits damit. Im Interview berichten sie über das Potenzial dieses Standards.

 

Auf den Punkt gebracht: Michael Och und Barbara Iacone von der St. Lukas-Klinik der Stiftung Liebenau erklären im Video kurz und knapp, was sich hinter dem Bündner Standard verbirgt und bei was der Bündner Standard in der Kinder- und Jugendpsychiatrie hilft.

Die Blattmacher - inklusive Redaktion gibt Zeitung heraus

Die „wir mittendrin” hält, was ihr Name verspricht: Für die Zeitschrift der Liebenau Teilhabe arbeiten Menschen mit und ohne Einschränkungen bewusst zusammen. Gleichberechtigte Teilhabe zu ermöglichen, das ist die Haltung dahinter. Und als Beilage der Schwäbischen Zeitung macht sie Menschen mit Behinderungen öffentlich sichtbar.

Gemeinsam stark werden

Wie das Berufsbildungswerk junge Menschen ganzheitlich auf das Leben vorbereitet

Wie gelingt der Weg in Ausbildung, Arbeit und ein selbstbestimmtes Leben, wenn junge Menschen mit psychischen Belastungen, Lernschwierigkeiten oder schwierigen Lebensbedingungen kämpfen? Das Liebenauer Berufsbildungswerk Adolf Aich (BBW) gibt darauf mit seinem neuen rehapädagogischen Konzept eine klare Antwort: durch ganzheitliche Förderung, verlässliche Beziehungen und eine enge Zusammenarbeit aller Fachbereiche.

 

Die Welt des Gegenübers verstehen - Wie Haltung durch Begegnung entsteht

Kann man Haltung lernen? Oder umgekehrt: Lässt sich Haltung lehren? Wie Menschen in der Weiterbildung zur Heilpädagogin oder zum Heilpädagogen Haltung „erfahren”, schildern ein Studierender und eine Lehrkraft des Instituts für Soziale Berufe (IfSB) Ravensburg.

Geben und nehmen - Wie die eigene Haltung die Arbeit beeinflusst

Welcher Wert ist Ihnen im beruflichen Alltag am wichtigsten und warum? Diese Frage haben Mitarbeitende aus den verschiedensten Berufsfeldern beantwortet. Deutlich wird hierbei: Der Umgang miteinander ist bei jeder Arbeit wichtig.

Ein Portraitfoto einer Frau.
Empathie und ein ganzheitlicher Blick prägen meine Arbeit. Die Bewohnerinnen und Bewohner und ihre Angehörigen werden für mich Teil einer großen Familie. Nach der Covid-Zeit, in der ich viele nahestehende Menschen verlor, lernte ich, Mitgefühl zu bewahren, ohne vom Schmerz überwältigt zu werden. So kann ich anderen Halt geben und zugleich gut für mich selbst sorgen. (übersetzt aus dem Italienischen) Roberta Meriggi, Qualitätsbeauftragte in der Casa San Giuseppe in Belgioioso (Italien)
Ein Portraitfoto eines Mannes.
„Im beruflichen Alltag ist Verantwortung für mich am wichtigsten. Als Führungskraft trage ich Verantwortung für unsere Bewohnerinnen und Bewohner sowie für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Bereich der Pflege. Verlässliches Handeln, klare Entscheidungen und ein achtsamer Umgang miteinander vermitteln Sicherheit und schaffen Vertrauen im Alltag”. Manuel Föttinger, Pflegedienstleiter im Haus St. Josef in Gmunden (Österreich)
Ein Portraitfoto eines Mannes.
Für mich ist Zuverlässigkeit der wichtigste Wert in meinem beruflichen Alltag. Fällt der Strom aus, blockiert eine Jalousie oder platzt ein Rohr, kann die Arbeit zum Stillstand kommen. Kolleginnen und Kollegen, Patientinnen und Patienten sowie der Arbeitgeber müssen sich darauf verlassen können, dass ein Problem rasch und nachhaltig gelöst wird. Ein weiterer zentraler Wert für mich sind Präzision und Einsatzbereitschaft. Auch wenn ich nicht alles wissen kann, bin ich jemand, auf den man sich verlassen kann. Cosimo Aiello, Hausmeister in der Casa Santa Teresa, Livraga (Italien)
Ein Portraitfoto einer Frau.
Hilfsbereitschaft ist für mich im beruflichen Alltag das Wichtigste. Wenn wir zusammenarbeiten, wächst jeder über sich hinaus. Hilfsbereitschaft schenkt Zufriedenheit, Geborgenheit und ein echtes Miteinander. Darum arbeite ich in der Liebenau Helios – hier kann ich sie spüren und leben.” Escolastica Gygax, Küchenangestellte bei Liebenau Helios, Goldach (Schweiz)
Ein Portraitfoto einer Frau.
„Geborgenheit ist der Kern, der unsere Arbeit bei Casa Leben am besten zusammenfasst. Im beruflichen Alltag ist mir dieser Wert am wichtigsten, weil er über reine Pflege oder Kinderbetreuung hinausgeht. Er schafft einen sicheren Raum, in dem sich Generationen begegnen können. Wenn sich alle wirklich gut aufgehoben fühlen, entsteht die notwendige Vertrauensbasis für echte Lebensqualität.” Petra Buhinjak, Qualitätsmanagement bei Casa Pflege (Österreich)
Ein Portraitfoto einer Frau.
„Der wichtigste Wert in meiner Arbeit ist Würde und Menschlichkeit. Jeder Klient verdient es, sich respektiert, sicher und angenommen zu fühlen – unabhängig von seinem Gesundheitszustand. In der täglichen Pflege bemühen wir uns, eine Umgebung zu schaffen, in der sowohl Fachlichkeit als auch ein Gefühl von Zuhause erhalten bleiben.” (übersetzt aus dem Slowakischen) Alica Polćicová, Oberschwester in der Casa Slovensko n.o. Pezinok (Slowakei)
Ein Portraitfoto einer Frau.
Der wichtigste Wert in meinem beruflichen Alltag ist Respekt. Er bildet die Grundlage für einen würdevollen Umgang mit Bewohnern, Patienten, Angehörigen und Mitarbeitenden. Gerade in einem Seniorenwohnheim, einer Palliativstation und auch in der ParkClinic ist es entscheidend, jeden Menschen in seiner Individualität ernst zu nehmen, Vertrauen zu schaffen und ein wertschätzendes Miteinander zu fördern. Erika Gufler, Pflegedienstleitung bei ParcClinic Martinsbrunn in Meran (Italien)
Ein Portraitfoto eines Mannes.
Vertrauen ist für mich das Fundament jeder Beziehung. Es verbindet Menschen, schafft Stabilität und eröffnet Entwicklungsmöglichkeiten. Es wächst über Jahre durch Verlässlichkeit, Respekt und Integrität – und kann doch in einem Moment verloren gehen. Vertrauen ist für mich weit mehr als ein Wert: Es ist der Schlüssel zu Veränderung und die tragfähige Brücke zwischen Menschen. (übersetzt aus dem Bulgarischen) Nikolay Nikolov, Projektpartner des Bulgarisch-Deutschen Sozialwerks St. Andreas e.V. Varna (Bulgarien)