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Marie-Luise Kopp: Ich gebe mein Bestes

Jonas Nistl: Die beste Lösung zählt!

Welche Gestaltungmöglichkeiten gibt es denn?

Zunächst einmal hat jeder Mensch, egal, wo er oder sie arbeitet, Einfluss auf sein Arbeitsumfeld. Dadurch wie ich arbeite, wie ich mit Kollegen und Klienten umgehe, gestalte ich bereits einen sehr großen Teil von dem, was meinen Arbeitsalltag ausmacht. Ein offenes Ohr für Ideen und Innovationen aus der Mitarbeiterschaft zu haben, ist uns wichtig. Vergleichsweise flache Hierarchien ermöglichen uns, dass wir relativ nah an den Wünschen und Bedürfnissen unserer Mitarbeitenden sind. 

 

Welche Mitwirkungsmöglichkeiten haben die Mitarbeiterinnen und  Mitarbeiter? 

In unseren Gesellschaften gibt es Mitarbeitervertretungen und Betriebsräte, die vertrauensvoll mit der jeweiligen Leitung zusammenarbeiten. Gemeinsam suchen wir nach der besten Lösung bei der Gestaltung der Arbeitsbedingungen und tragen gemeinsam die Verantwortung. Die rechtlichen Grundlagen dafür sind in der Mitarbeitervertretungsordnung der Diözese Rottenburg Stuttgart und im Betriebsverfassungsgesetz geregelt. 


Muss ich eigentlich katholisch sein, um bei der Stiftung Liebenau arbeiten zu können?

Definitiv Nein. Uns kommt es weniger auf die Konfession an, als auf die Haltung mit der Mitarbeitenden ihre Arbeit machen. Hilfe auf Augenhöhe und ein partnerschaftlicher Umgang sind für uns wichtige Leitwerte. 


Wie zufrieden sind die Mitarbeitenden?

Jede pauschale Antwort wäre unseriös, denn das hängt von vielen Faktoren ab. Woran wir aber eine gewisse Zufriedenheit festmachen können, ist die hohe Empfehlungsbereitschaft der Mitarbeitenden für die Stiftung Liebenau als Arbeitgeber. Auch in der eigenen Familie. Und wer würde seinen Kindern oder Freunden etwas empfehlen, wo er oder sie nicht nicht gut aufgehoben fühlt. 

 

In welchen Branchen kann ich bei der Stiftung Liebenau arbeiten?

Der Pflege- und Gesundheitsbereich , also Altenpflege, Heilerziehungspflege, Sozialpädagogik, macht den größten Teil aus. Darüber hinaus bieten wir auch Arbeitsplätze in Dienstleistungsberufen wie zum Beispiel im Garten- und Landschaftsbau, in der Wäscherei, den Küchen und Kantinen, in der Hauswirtschaft. 

 

Bietet die Stiftung Liebenau nur Ausbildungsplätze in sozialen Berufen an?

Vor allem, aber nicht nur: Auch in Dienstleistungsberufen sowie im Handwerk bilden wir aus. Partner sind wir auch für die Dualen Hochschulen: Jedes Jahr beginnen bei uns junge Leute mit den Studiengängen Soziale Arbeit oder BWL Industrie. Sie sind bei uns gern gesehene Nachwuchskräfte, da sie die Stiftung Liebenau schon gut kennen.  

 

Welche Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten bietet die Stiftung  Liebenau an?

Mit der Akademie Schloss Liebenau haben wir einen eigenen Fortbildungsbereich. Hier entstehen in enger Abstimmung mit den jeweiligen Fachbereichen passgenaue und zeitgemäße Fort- und Weiterbildungen. Angebote für die Arbeit mit Menschen mit Unterstützungsbedarf und ältere Menschen, zur Teamarbeit in den Bereichen Pädagogik, Pflege, Therapie, Hauswirtschaft und Verwaltung, Kommunikation, Selbstfürsorge, Spiritualität und Leitung. 


Wie sieht es mit der Work-Life-Balance aus?

Ein Ausgleich zwischen Arbeit und Freizeit ist uns wichtig. Denn nur wenn beides im Lot ist, können wir uns voll der jeweiligen Aufgabe widmen. In vielen Bereichen gibt es flexible Arbeitszeitmodelle. Im Schichtdienst ist das schwieriger, da wir ja nahtlos für die Menschen, die wir pflegen und betreuen, da sind. Dennoch achten wir auch hier darauf, dass private Belange berücksichtigt werden können. Verlässliche Dienstpläne sind unser oberstes Ziel.

 

Wie sieht es mit der Bezahlung aus?

Überwiegend zahlen wir nach den Arbeitsvertraglichen Richtlinien des Deutschen Caritasverbandes (AVR).Diese werden auf Bundesebene paritätisch zwischen Dienstgebern und Arbeitnehmern ausgehandelt.  In unseren übrigen Tochtergesellschaften zahlen wir branchenüblich. 

 

Systematische Strukturen

Nun sollen systematisch Strukturen und Programme aufgebaut werden, um auch in Ländern außerhalb Deutschlands, gar außerhalb Europas, Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu finden. Betraut mit dieser Aufgabe sind Frank Moscherosch und Sabine Münz. Moscherosch hat für diese Tätigkeit seine Aufgabe als Geschäftsführer der Liebenau Service GmbH reduziert. Münz ist seit einem halben Jahr neu bei der Stiftung Liebenau und bringt ihre Erfahrungen als Recruiterin mit. Organisiert ist die Aufbautätigkeit als „Abteilung International Training and Recruiting“.

 

Philippinen und Indien

Im Focus stehen aktuell Projekte auf den Philippinen und in Indien. In beide Länder sind die zwei inzwischen gereist. Sowohl auf den Philippinen als auch in Indien liegt der Schwerpunkt der Arbeit darauf, Deutschunterricht zu organisieren. Neuland im wahrsten Sinne des Wortes. Moscherosch bekommt von der Familie einer Schülerin ein lebendiges Huhn geschenkt, ein Zeichen großer Dankbarkeit. Und was sie theoretisch bereits auch wussten: Wer in Indien “ja „ sagt, schüttelt mit dem Kopf. In Verhandlungen mit Einheimischen ist daher große Aufmerksamkeit gefragt.

 

Ausbildung ab Herbst 2020

Auf den Philippinen, im kleinen Ort Toril, besteht Kontakt mit der Organisation KTEP (Kressbronn Toril Education Program). Der Kressbronner  Reinhold Kugel, dessen Frau Aurora aus Toril stammt, ist dort gemeinsam mit seiner Frau seit fast 30 Jahren in der Bildungsarbeit tätig. 20 Ausgewählte College-Absolventen und –Absolventinnen sollen befähigt werden die B2-Deutsch –Prüfung abzulegen. Sie können dann ab Herbst 2020 eine Ausbildung in der Altenpflege der Stiftung Liebenau beginnen.

 

Pflegefachkräfte aus Indien

In Indien kam der Kontakt über die Bischöfe der Diözesen Rottenburg-Stuttgart und Kerala zustande. Zudem gibt es auch hier einen persönlichen Kontakt über Safi Powath, ein indischer Pfarrer in St. Peter und Paul in Ravensburg-Weissenau. Geplant ist mit dem Bau eines Deutschinternates ebenfalls eine langfristige Kooperation. Im Gegensatz zu den Philippinen handelt es sich in Indien um bereits ausgebildete Pflegefachkräfte. Die Arbeitsmarktsituation ist angespannt, ein Ausweichen in den hinduistisch oder den muslimisch geprägten Teil des Landes kommt aus religiösen Gründen nicht in Frage. „Voraussichtlich im Frühjahr 2020 werden die ersten 10 Frauen nach Deutschland kommen können“, so Moscherosch.

 

Willkommen heißen

Doch mit dem Deutschunterricht ist es noch nicht getan: „ Wir möchten, dass die Menschen, die zu uns kommen, sich wohl und willkommen fühlen“, wünschen sich Moscherosch und Münz. Wenn die Formalitäten erledigt sind, beginne der noch wichtigere Part der Integration. Denn letztlich wird das direkte Arbeitsumfeld in unseren Häusern der Pflege entscheiden, wie willkommen sich die Menschen fühlen.

Sarah Weidner: Hier ist jeder Tag spannend

Kerstin Lange: Ich arbeite mit allen gern

Arbeiten in der Stiftung Liebenau

Über 7000 Menschen tun es: Sie arbeiten bei der Stiftung Liebenau. Von der Controllerin über die Pflegefachkraft bis zum Jobcoach: Das Spektrum der Berufe und Tätigkeiten ist enorm. Es gibt fast nichts, was es nicht gibt: Berufe in den Bereichen Pflege, Gesundheit und Bildung machen das Gros aus. Aber auch Verwaltungsjobs oder Dienstleistungsberufe sind vertreten. Und sogar Forstwirte, System-gastronomen und Elektroniker arbeiten bei uns.

 

Was heißt denn da eigentlich „Arbeiten bei der Stiftung Liebenau“? Wir beantworten ein paar Fragen, die uns immer wieder gestellt werden. Und die auch uns am Herzen liegen.

Die Stiftung Liebenau wurde vor fast 150 Jahren gegründet. Spielt diese lange Tradition eine Rolle für die Mitarbeitenden? 

Sie spielt insofern eine Rolle, als dass viele unserer Mitarbeitenden uns mit dem Vertrauen begegnen, einen sicheren, zukunftsfähigen Arbeitsplatz zu haben. Die Dauer der Existenz ist sicher kein Garant, aber ein Hinweis auf ein tragfähiges Wirtschaften und einen aktiven Umgang mit gesellschaftlichen Entwicklungen. Hier mitzugestalten ist für viele unserer Mitarbeitenden eine hohe Motivation.

Die Arbeit mit Menschen macht die Tage wertvoll

Was zählt, sind die Menschen und die Menschlichkeit. Ihretwegen sind die Arbeitstage mit Sinn gefüllt, lohnt sich manche Mühe und gibt es wertvolle Erfahrungen. Dies erleben viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die oft schon seit Jahrzehnten in verschiedenen Einrichtungen der Stiftung Liebenau arbeiten. Zwei von ihnen sind Olaf Doetze und Susanne Pawlowski.

Seinen ersten Arbeitstag bei der Stiftung Liebenau vergisst Olaf Doetze nicht. Er hat einen Tag lang als Schnupperpraktikant bei einem Freund mitgearbeitet, der bereits in der Stiftung Liebenau tätig war. „Danach wusste ich: Das ist es. Das muss ich machen“, erzählt Doetze. Er war damals kaufmännischer Mitarbeiter in einer großen Firma gewesen, löste den Arbeitsvertrag auf und machte als Quereinsteiger eine Ausbildung zum Heilerziehungspfleger. Inzwischen arbeitet er seit genau 20 Jahren bei der Stiftung Liebenau – immer in Wohngruppen für Menschen mit Behinderung und derzeit in einem der beiden neuen sozialtherapeutischen Wohnheime der Liebenau Kliniken in Hegenberg. Rückblickend würde er alles wieder genauso machen.

 

Sinnvolle Arbeit, tolles Team

„Was mich antreibt, sind die Menschen. Von den Bewohnern der Wohngruppen habe ich immer viel gelernt“, sagt der 51-Jährige. „Ich habe gelernt, dass es wenig gibt, das selbstverständlich ist. Und ich habe das Gefühl, dass es den Menschen besser geht, wenn ich und mein Team uns um sie kümmern.“ So habe er an den allermeisten Tagen die Gewissheit: „Es hat einen Wert, dass ich da war.“ Noch wichtiger sei für ihn persönlich sein Team: „Wegen meiner Kolleginnen und Kollegen, die mich mit all meinen Ecken und Kanten mögen und schätzen, gehe ich jeden Tag gern zur Arbeit. Ohne sie würde mir was fehlen.“ Auch von seinen Vorgesetzten habe er immer Rückhalt bekommen und sich mit seinen Anliegen ernstgenommen gefühlt. „Wenn es ein Problem gibt, kann ich zum Chef gehen und wir suchen gemeinsam eine Lösung“, erzählt Olaf Doetze.

 

Persönliche Bereicherung

Auf einem anderen Weg hat die Sozialarbeiterin Susanne Pawlowski zur Stiftung Liebenau gefunden: Sie schrieb nach dem Studium eine Blindbewerbung und erhielt die Anfrage, ob sie Interesse habe, in einem ganz neuen Beschäftigungsbereich der St. Lukas-Klinik mitzuarbeiten. Das war im März 1993 und klang sehr spannend. Susanne Pawlowski sagte zu und ist seit nunmehr 25 Jahren in Förderwerkstätten der Liebenau Kliniken tätig. Dem Tagesablauf der Patienten gibt sie Struktur und Inhalt – ganz nach deren Fähigkeiten und Möglichkeiten.  „Kein Tag ist wie der andere“, erzählt die 52-Jährige. Sie schätzt es, dass ihre Arbeit sehr abwechslungsreich ist und von ihr selbst gestaltet werden kann – zum Beispiel mit kreativen oder sportlichen Angeboten. „Ich finde sehr wertvoll, dass ich so frei sein kann“, sagt sie. Das Wichtigste aber sind für sie die Menschen, um die sie sich kümmert. „Ich erlebe sie als eine persönliche Bereicherung“, sagt sie. „Jeden Tag komme ich gerne hierher. Denn irgendein Bewohner begrüßt mich immer und winkt mir freudig zu.“

Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Zahlen

Alle Statistiken beziehen sich auf die deutschen 100-Prozent-Töchter der Stiftung Liebenau.

Olivia Magalù ist begeisterte Altenpflegerin

Das neue Pflegestärkungsgesetz ist vor zwei Jahren in Kraft getreten. Positive Effekte zeigen sich dabei auch in der Qualitätsentwicklung, die bei der Stiftung Liebenau und ihren Einrichtungen mit großer Sorgfalt und engagiertem Fachpersonal umgesetzt wird. Mit der so genannten „Einrichtungsinternen Qualitätsentwicklung (EQE)“ werden Maßstäbe gesetzt, die auch bei der Motivation und Ausbildung von Pflegekräften erfolgreich sind. Im Haus der Pflege Martinus in Weil im Schönbuch ist dafür Olivia Magalù zuständig. Und das mit einer Begeisterung, die ansteckend ist.

Olivia Magalù ist überzeugt von ihrem Beruf. Die 24-jährige Altenpflegerin hat ihre Ausbildung vor drei Jahren beendet und bald auch die Chance ergriffen, die sich mit fachlicher Fortbildung eröffnet hat. Im Haus der Pflege Martinus in Weil im Schönbuch ist sie auch für das Hygienemanagement und die Praxisanleitung für Auszubildende verantwortlich. „Die Altenpflege ist nicht nur ein Beruf mit Zukunft, er ist auch einer, der viel Verantwortung mit sich bringt, aber vor allem den engen und vertrauensvollen Kontakt mit Menschen“, sagt sie und ergänzt: „Ich habe hier nicht nur eine berufliche Herausforderung gefunden, sondern vielmehr einen Beruf, der mich ausfüllt und für den ich gerne andere motivieren möchte.“

 

Schlüsselerlebnis im Freiwilligen Sozialen Jahr

Dabei hat Olivia Magalù nach ihrem Realschulabschluss zunächst einen ganz anderen Berufsweg eingeschlagen. Eine Ausbildung in der Verwaltung. „Die habe ich aber bald abgebrochen, weil mir da langweilig war“, erzählt sie. Ihre Mutter habe sie zu einem Sozialen Jahr überredet. Das sei ihr Glück gewesen, denn in ihrer Schule wurde bei der Berufsorientierung der Fokus hauptsächlich auf die technischen und verwaltungsbezogenen Berufe gerichtet, die offensiv um Nachwuchs warben. „Nach dem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) wusste ich genau, was ich wollte.“ Sie begann ihre Ausbildung im Haus der Pflege Martinus in Weil im Schönbuch und wurde aktiv unterstützt, eine gute Altenpflegerin zu werden. „Vom ersten Tag an wurde ich sehr gut betreut, konnte alles fragen, fühlte mich bald für die Menschen im Haus verantwortlich und habe schnell ein vertrauensvolles Verhältnis zu ihnen aufgebaut.“

 

Motivation auf Augenhöhe

Das Angebot der Hausleitung, sich fortzubilden, erlebte sie als eine große Bestätigung und Motivation. Seitdem ist es ihr ein großes Anliegen etwa in der örtlichen Gesamtschule als Repräsentantin der Altenpflege die Schülerinnen und Schüler zu informieren, zu Praktika einzuladen und schließlich zu einer Ausbildung im Haus zu motivieren. „Das gelingt mir ganz gut, weil ich ja altermäßig noch nicht so weit weg bin und meinen Weg erzählen kann.“ Man müsse sich dabei auch immer wieder klar machen, „die Zielgruppe, die wir für den Beruf gewinnen wollen, befindet sich in einem Lebensabschnitt, in dem die Selbstfindung gerade erst beginnt, die Suche nach dem, was man im Leben will.“ Hier setzt sie an, weil sie weiß wie das ist und weil sie selber am Wochenende gerne feiert, aber eben auch Wochenenddienste hat und erst lernen musste, dass sie nichts verpasst. „Gerade bei den Themen Freizeit, Schichtdienst, Wochenenddienst kann ich von mir erzählen, wie ich das mache und dass man ja auch mal einen Dienst tauschen kann.“ Wichtig ist ein Team, in dem man sich aufeinander verlassen kann, deswegen übernimmt Olivia Magalù gerne auch mal die Schicht einer Kollegin oder eines Kollegen. Sie weiß: „Wir haben die gemeinsame Verantwortung für die Menschen in unserem Haus, wenn es ihnen gut geht, geht es auch uns gut.“

 

Pflege ist und bleibt analog

Aber dabei bleiben die vielen Fragen der Schülerinnen und Schüler nicht stehen. Besonders berührt Olivia Magalù die Intensität der Gespräche, wenn es um Sterbebegleitung geht. „Wir sind ja alle noch sehr jung. Sterben und Tod gehört da eigentlich nicht zu den bevorzugten Themen im Alltag.“ Die Jugendlichen fragen nach wie es den Mitbewohnerinnen und Mitbewohnern damit geht, wenn jemand im Haus stirbt, wie das Pflegepersonal das verarbeitet? Olivia Magalù erlebt dabei eine Ernsthaftigkeit, die sie immer wieder überrascht, weil die Jugendlichen existenzielle Fragen vertiefen und dabei die Wichtigkeit dieses Berufes grundlegend zu verstehen suchen. „Pflege ist analog und bleibt analog“, sagt sie und „Nähe und Körperlichkeit sind so wichtig, weil beides für Wohlbefinden sorgt, nicht nur bei den Bewohnerinnen und Bewohnern, sondern auch bei uns, den Pflegekräften.“

 

Vermittlerin zwischen den Welten

Wenn die Jugendlichen sich im Anschluss an das Gespräch für ein Praktikum im Haus entscheiden, dann, so Olivia Magalù, „kommen sie mit einer großen Neugierde und interessieren sich sehr für die Menschen im Haus.“ Sie wollen Lebensgeschichten hören und wirklich Erfahrungen machen – auch wenn es natürlich auch manchmal Überwindung kostet, dabei zu helfen, einen älteren Menschen zu waschen oder beim Essen zu unterstützen. „In diesen Situationen ist der Austausch und das Gespräch sehr, sehr wichtig, Ich möchte, dass gerade die schwierigen Momente in unserem Beruf gemeinsam bewältigt werden und niemand damit alleingelassen bleibt“, betont sie. Es sei wichtig zu verstehen, man sei zwar Dienstleisterin für die Menschen im Haus, gleichzeitig ist es für die, die immer mehr Unterstützung in ihrem Alltag benötigen auch nicht immer einfach, Hilfen anzunehmen. „Hier verstehe ich mich als Vermittlerin zwischen den Welten und erlebe es als sehr beglückend, weil es fast immer gelingt, sie auf Augenhöhe und vertrauensvoll miteinander in Einklang zu bringen.“

 

Berufsfeld in Bewegung

Altenpflege ist ein Generationenprojekt, das nie aufhört und in einer immer digitaler und perfekter werdenden Welt die Menschen zusammenführt wie in wenigen anderen Berufen. Wer sich für diesen Beruf entscheidet, lebt den Gegenentwurf zur beständig propagierten ewigen Jugendlichkeit. „Das ist das tolle an meiner Arbeit. Ich bin jung, habe noch viel vor und habe gelernt, was wirklich wichtig ist im Leben: Vertrauen und Verlässlichkeit. Das lebe ich im Haus und in meiner Freizeit. Wenn ich das vermitteln kann, dann kann die Lebensrealität älterer Menschen wieder eine gesellschaftliche Normalität für alle werden. Darum geht es doch.“ Olivia Magalù stellt auch fest, dass die neue Pflegegeneration sehr engagiert ist und in diesem Berufsfeld viel Neues und Positives in Rollen kommt. „Die Gesellschaft muss sich aber sehr viel mehr bewusst werden, dass wir diese Herausforderung nur gemeinsam bewältigen.“ Daran will sie mit all ihren Möglichkeiten mitwirken.

Arbeiten in der Stiftung von A bis Z

Neuland

Über Fachkräftemangel klagt in den letzten Jahren jedes Unternehmen. Nicht nur in der Sozialbranche sind die Aussichten auf fachlichen Nachwuchs alles andere als rosig. Auch in der Stiftung Liebenau fehlen Fachkräfte und Auszubildende, die unsere Bewohnerinnen und Bewohner betreuen und pflegen. Überlastung der bereits angestellten Kolleginnen und Kollegen ist die Folge. Wenn dann noch Krankheitsvertretungen und verdiente Jahresurlaube zusammenkommen, ist vielerorts die Schmerzgrenze überschritten. Mit Springersystemen, Talentscouts und vereinzelt ausländischen Fachkräften versucht man, gegen das Problem anzugehen.

Auf dem Weg zu den Hütten der Familien der Kinder aus der Deutschklasse.
Auf dem Weg zu den Hütten der Familien der Kinder aus der Deutschklasse.
Das Klassenzimmer der Deutschklasse in Toril.
Das Klassenzimmer der Deutschklasse in Toril.
Sauberes Wasser ist Mangelware: Mit dem gespendeten Brunnen können die Schüler auch Wasser mit nach Hause nehmen.
Sauberes Wasser ist Mangelware: Mit dem gespendeten Brunnen können die Schüler auch Wasser mit nach Hause nehmen.
Die Deutschklasse mit Frank Moscherosch und Sabine Münz.
Die Deutschklasse mit Frank Moscherosch und Sabine Münz.
Besuch bei der Familie einer Schülerin der Deutschklasse: Zum Dank gab es ein lebendes Huhn.
Besuch bei der Familie einer Schülerin der Deutschklasse: Zum Dank gab es ein lebendes Huhn.
Nach ihrer B2-Prüfung und der Erledigung aller Formalitäten, können die ausgebildeten Pflegefachkräfte ihre Arbeit in Einrichtungen der Stiftung Liebenau beginnen.
Nach ihrer B2-Prüfung und der Erledigung aller Formalitäten, können die ausgebildeten Pflegefachkräfte ihre Arbeit in Einrichtungen der Stiftung Liebenau beginnen.
Prälat Michael H. F. Brock bei Gesprächen über die Planungen für das Internat.
Prälat Michael H. F. Brock bei Gesprächen über die Planungen für das Internat.
Kannur liegt in der Diözese Kerala.
Kannur liegt in der Diözese Kerala.
Toril ist ein Ortsteil der Millionenstadt Davao.
Toril ist ein Ortsteil der Millionenstadt Davao.

Das sagen unsere Mitarbeiter

Ambulante Dienste

Arbeit und Bildung

Impressionen vom Ausbildungsstart 2019

"Kennenlernen und Informieren“ standen zum Ausbildungsstart auf dem Programm. Der Tag gipfelte im Social’n’Fun-Festival im Schlosspark.
 

Gruppenbild Azubis
Am Ausbildungstag wurden knapp 170 Azubis von der Stiftung Liebenau begrüßt.
Vorstand Prälat Michael H. F. Brock heißt die neuen Azubis herzlich Willkommen.
Vorstand Prälat Michael H. F. Brock heißt die neuen Azubis herzlich Willkommen.
Das Bild zeigt Azubis in Outdoor-Workshops
Mit vereinten Kräften bestreiten die Azubis die verschiedenen Workshops
Das Bild zeigt Azubis an der Kletterwand
Bei den verschiedenen Workshops ist vor allem an der Kletterwand blindes Vertrauen gefragt.
DJ Topic
DJ Topic sorgt bei dem Social´n´Fun Festival mit seinen Beats für die richtige Stimmung zum Tanzen.
Beim Social´n´Fun Festival feiern die Gäste den gemeinsamen Abend.
Beim Social´n´Fun Festival feiern die Gäste den gemeinsamen Abend.
Tanzgruppe CWAIN
Für ein Tanzspektakel sorgt die Tanz-Crew CWAIN mit ihren Moves auf der Bühne.

Weiterführende Links zum Thema "Arbeiten in der Stiftung Liebenau"

Auf unserer Webseite informieren wir umfassend über Ausbildungs- und Studiengänge, freie Stellen und Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Unter folgenden Links können Sie sich im Detail darüber informieren: